Ratingen: Immer mehr Senioren an Unfällen beteiligt

Ratingen: Immer mehr Senioren an Unfällen beteiligt

Die Zahl der Senioren (65 Jahre und älter), die in einen Verkehrsunfall verwickelt waren, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Dies geht aus der Verkehrsunfallstatistik 2009 hervor, die Gerd Hess, der Leiter des Verkehrskommissariats (VK) Nord, und Ratingens Polizeichef Elmar Hörster am Dienstag vorstellten.

Demnach hat sich die Zahl von 139 beteiligten Senioren im Jahr 2008 auf 191 im abgelaufenen Jahr erhöht. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 37,4 Prozent. Die beiden Polizisten konnten gestern allenfalls Erklärungsansätze geben.

Zwei deutliche Botschaften zeichneten sich jedoch ab: 1. Die Zielgruppe ist bei der Präventionsarbeit insgesamt schwer zu erreichen. 2. Viele fahren noch mit eigenem Pkw, obwohl Hess in zahlreichen Fällen die Fähigkeit, einen Wagen ordnungsgemäß zu führen, anzweifelt.

Eine zweite Problemgruppe bilden die 18- bis 24-Jährigen, die im Jahr 2009 an 104 Unfällen beteiligt waren (2008: 114). Frappierend ist immer noch die hohe Zahl der Unfallfluchten, wenngleich der Trendpfeil nach unten zeigt.

In 578 Fällen suchten die Verkehrsteilnehmer das Weite (2008: 604). Hess fasste zusammen: "Im Grunde spielten bei jedem dritten Unfall in Ratingen Unfallflucht eine Rolle.” Jede zweite Unfallflucht kann aber geklärt werden. Bei Unfallfluchten mit Verletzten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Verursacher ermittelt werden.

Alkohol am Steuer bleibt für die Polizei ein gravierendes Problem. Ein Mittel: Der Kontrolldruck wird vor allem an den feierintensiven Tagen (Karneval, Weihnachten, Jahresübergang) erhöht. 102 Personen konnten so allein im vergangen Jahr aus dem Verkehr gezogen werden. Die Zahl der Verkehrsunfälle, die unter Alkoholeinfluss entstanden sind, ging im Jahr 2009 auf 32 zurück (2008: 45). Dies entspricht einem Rückgang von 28,8 Prozent.

Mit einem Promillewert von 4,32 wurde ein 37-jähriger Mann erwischt, der mit seinem Pkw einen Zaun beschädigt und sich dann vom Unfallort entfernt hatte. Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfall schert die Stadt aus. Während die Zahl im Kreis von 12 211 (2008) auf 12 099 (2009) gesunken ist, gibt es in Ratingen einen Anstieg von 2356 (2008) auf 2549 (2009). Dies entspricht einer Steigerung von 8,2 Prozent. Ein 17-Jähriger kam im vergangenen Jahr bei einem Unfall an der Ecke Kalkumer Straße/Breitscheider Weg ums Leben. Im Jahr 2008 gab es drei Tote.

(RP)