Hösel: Im toten Winkel ist die Gefahr besonders groß

Hösel: Im toten Winkel ist die Gefahr besonders groß

Man kann nicht genug informieren und sensibilisieren für ein Thema, das alle angeht: In Hösel zeigten das Aktionsbündnis Seniorensicherheit und das THW, dass man viel zur eigenen Sicherheit tun kann.

Die ausgelegte Broschüre der Deutschen Verkehrswacht hat nicht ohne Grund den thematischen Einstieg sinnbildlich gewählt: Es handele sich mit Blick auf den toten Winkel um eine Frage der Perspektive. Und die kann ganz unterschiedlich ausfallen. Deshalb gab es bei der gestrigen Veranstaltung des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit und des Technischen Hilfswerks (THW) auf dem Sportplatz Neuhaus in Hösel auch mehrere Sichtweisen.

Andere Sichtweise von der Fahrerkabine aus. Für Ungeübte ein ganz neuer Blick. Foto: Blazy Achim

Große und kleine Besucher konnten anschaulich erleben, wo die Gefahren lauern. Kraftfahrer können nicht alles gleichzeitig erfassen, was um sie herum passiert. Sichthindernisse entstehen für Pkw-Fahrer durch die A-, B- und C-Säule, die Kopfstützen und den Beifahrer. Noch schwieriger ist es für einen Lkw- oder Busfahrer, der durch die Scheibe beim Abbiegen nach rechts nur einen kleinen Bereich direkt neben dem Führerhaus einsehen kann.

Mit Hilfe von Matten zeigten Mitarbeiter des THW, wie groß die Fläche rund um den Lkw ist, die der Fahrer nur schwer oder gar nicht erkennen kann. Und Besucher hatten die Gelegenheit, vom Lenkrad aus den Blick schweifen zu lassen. "Mit Hilfe dieser Aktion versuchen wir, die Bürger für das Thema toter Winkel zu sensibilisieren", betonte Rainer Wakup vom Aktionsbündnis Seniorensicherheit, der zugleich von Dieter Hamm, ehemaliger Ratinger Feuerwehrchef, bei der Info-Arbeit unterstützt wurde.

  • Kreis Mettmann : Im toten Winkel ist die Gefahr riesig

Ein Blick in die die Auswertungen der Polizei zeigt, dass die Gefahren vor allem Radfahrer treffen: So war ein 91-jähriger Ratinger nach einem Unfall gestorben. Nun verlaufen zum Glück nicht alle Unfälle, bei denen Radler involviert sind, tödlich. Aber häufig erleiden die Zweiradfahrer schwere Verletzungen. Die Zahl der Unfälle war im Kreis Mettmann beispielsweise im ersten Halbjahr 2016 deutlich gestiegen. Die Polizei zählte zwischen Januar und Ende Juni 44 Unfälle mit schwer verletzten Radlern im Kreisgebiet. Weitere 142 Radfahrer wurden leicht verletzt. Als schwer verletzt gilt in der Statistik, wer im Krankenhaus verbleiben muss. Eine Auswertung des RP-Archivs ergab: Mindestens zehn dieser schweren Unfälle ereigneten sich in Langenfeld und Monheim, fünf in Mettmann und Wülfrath, sechs in Hilden und Haan sowie sechs in Ratingen und Heiligenhaus. Weitere Unfälle mit Zweiradfahrern wurden vor allem aus Velbert gemeldet.

"Das größte Problem bei allen Zweiradfahrern ist immer wieder der tote Winkel", sagte Polizeisprecherin Claudia Partha. "Radler sind oft einfach nicht zu sehen, wenn der Autofahrer nicht den Kopf wendet."

Gerade beim Abbiegen nehmen Autofahrer den Radlern oft die Vorfahrt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mahnt: Der Radfahrer muss unbedingt einen Sturz vermeiden. Ein Helm gebe da oft genug nur eine trügerische Sicherheit, allein auf seine Kopfbedeckung sollte man sich nicht verlassen.

(RP)
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