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Im Bürgerbüro der Stadt Ratingen laufen die letzten Vorbereitungen für die Europawahl. Geringe Briefwahlzahl lässt auf wenig Interesse schließen.

Ratingen : Bürgerbüro ist klar für den Wahltag

Im Bürgerbüro der Stadt Ratingen laufen die letzten Vorbereitungen für die Europawahl. Geringe Briefwahlzahl lässt auf wenig Interesse schließen.

Frank Meißner, Chef des Bürgerbüros, kann mit seinem Team entspannt auf den Wahlsonntag blicken: Die Vorbereitungen sind so gut wie abgeschlossen, die Helfer sind geschult. Nebenan, im ehemaligen Lesecafé des Medienzentrums, werden die Briefwahlunterlagen eingetütet und auf den Postweg geschickt: Mit nur 12.017 Briefwahlanträgen von 67.844 Wahlberechtigen (Stand: Donnerstag, 9. Mai 2019) zeichnet sich eine geringere Wahlbeteiligung ab als noch bei der Bundestagswahl 2017: Die lockte 78,8 Prozent der Wahlberechtigen an die Urnen.

Der Trend zur Briefwahl setzte sich auch damals weiter fort:  Fast 18.000 Dumeklemmer (33,1 Prozent) wählten damals per Brief. „Das werden wir nicht mehr erreichen“, sagte Meißner. Bei der gemeinsamen Europa-, Landtags- und Kreistagswahl 2014 lag die Wahlbeteiligung bei 54 Prozent. Zum Brief griffen 10.815 Wähler (29 Prozent).

Meißner hat den Wahltag im Blick: An der „Front“ stehen wieder etwa 400 Bürger, die sich gegen kleines Entgelt und mehr oder weniger freiwillig um die 72 Wahllokale 24 Briefwahlbezirke kümmern. Die Personalnot der vergangenen Jahre, als auch schon mal nichtsahnende Wähler vor Ort zwangsverpflichtet wurden, wenn die vorgeschriebene Zahl der Helfer nicht ausreichte, sind eher vorbei: „Wir setzen mehr auf die Freiwilligkeit“, sagte Meißner. Ärgerlich werde es, wenn jemand aus dem Wahlvorstand kurzfristig ausfalle: Ersatzkandidaten müssten dann noch geschult werden. Meißner, hofft auf die vielen „alten Hasen“ im Team.

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Für Mehrarbeit sorgte die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Thema Wahlberechtigung für komplett betreute Bürger: „Am 14. April hatten wir das Wählerverzeichnis fertig. Am 15. kam das Urteil.“ In Ratingen seien etwa zehn Bürger betroffen, von denen es aber noch keine Rückmeldung gebe.

Richtig ärgerlich wurde es, als die Wahlbenachrichtigungen verschickt wurden: Das hat in diesem Jahr nicht überall geklappt. Viele Bürger wunderten sich, dass der Nachbar schon Post hatte, sie selber aber nicht. Meißner bestätigte, dass es Probleme mit dem Zustellunternehmen Postcon gegeben habe. Man habe die Dienstleistung ausschreiben müssen. Nach der Wahl werde es ein „Gespräch“ mit der Postcon geben.

Weil auch der „normale“ Postweg in Ratingen gerne drei Tage brauche, könne die Briefwahl online nur bis Mittwoch, 22. Mai, 9 Uhr, beantragt werden, sagte Meißner. Im Bürgerbüro im Medienzentrum am Peter-Brüning-Platz ist das persönlich noch bis Freitag, 24. Mai 2019, 18 Uhr möglich.

Die Wahlbriefe können am Sonntag, 26. Mai, bis 18 Uhr im Bürgerbüro abgegeben oder in den Roten Briefkasten am ehemaligen Technischen Rathaus an der Minoritenstraße eingeworfen werden.