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Ratingen: Hydranten: Wer kontrolliert?

Ratingen : Hydranten: Wer kontrolliert?

Nach dem Großbrand in Krefeld, bei dem ein Hydrant Probleme bereitete, stellt sich auch andernorts die Frage nach der Wartung: Die Stadtwerke prüfen regelmäßig. Aufkleber sorgen aber für Verwirrung.

Den verheerenden Großbrand in einem Holzbetrieb in Krefeld, bei dem es gravierende Probleme mit einem Hydranten gab, hat RP-Leser Klaus Vienken zum Anlass genommen, mal bei Stadt und Feuerwehr nachzufragen: Wer ist eigentlich für die Hydranten zuständig? In welchen Abständen werden sie geprüft?

Bei einem kleinen Rundgang fiel auf: Aufkleber auf drei Hydranten vor Stadttheater und Stadthalle lassen darauf schließen, dass die Prüfung seit Jahren überfällig ist. Doch laut Stadtwerke würden sie jedes Jahr kontrolliert, zuletzt im Dezember. Auch Wehrchef René Schubert bestätigte: Sie seien fristgerecht kontrolliert worden, es gebe ein Prüfprotokoll. Es seien jedoch keine neuen Aufkleber hinterlassen worden.

Vor seiner Tür an der Rügenstraße habe er einen Unterflurhydranten, sagte Vienken. Er kann sich nicht erinnern, dass in 35 Jahren da mal jemand dran gewesen sei, sagte er. Auch Nachbarn hätten dort niemanden gesehen. Sein Sohn, damals bei der Jugendfeuerwehr, habe vor etwa sechs, sieben Jahren mal eine Übung in der Straße abgehalten.

Und siehe da: Es habe "erhebliche Probleme gegeben", erinnert sich Vienken. Er vermutet, dass sich nach Rohrbrüchen oder Arbeiten an den Hauptwasserleitungen Dreck angesammelt hatte. Wer also prüft die Hydranten? Es sind die Stadtwerke, so deren Chef Friedrich Schnadt. Zuständig für die Löschwasserversorgung sei die Stadt, und die habe die Aufgabe an die Stadtwerke übertragen.

Grundsätzlich gebe es zwei Arten solcher Wasserspender: Unterflur und Überflur. Unterflur-Hydranten erkennt man an den ovalen Metalldeckeln in Straßen und auf Gehwegen. Außerdem weist ein rot-weißes Schild in der Nähe auf die Lage hin. Sie werden auch zum Beispiel für Baustellen genutzt.

Schieber und klares Wasser

Im Boden eingelassene Hydranten würden nach Vorschrift alle zwei bis vier Jahre geprüft, die anfälligeren Überflur-Zapfstellen seien jährlich an der Reihe, sagt Schnadt. Gecheckt würden unter anderem die Schieber (Ventile) und ob klares Wasser komme. Ihm sei nicht bekannt, dass es zum Beispiel bei Feuerwehreinsätzen schon einmal Probleme gegeben habe.

Knallrote Hydranten gibt es beispielsweise an der Dumeklemmerhalle und am Stadttheater. Deutlich sichtbare Aufkleber eines privaten Serviceunternehmens an jenen Teilen vor dem Stadttheater verraten aber, dass die letzte Prüfung im Dezember 2009 war — und die nächste Prüfung im Dezember 2010 sein sollte. Ein Hydrant vor der Stadthalle wurde laut Aufkleber zuletzt im April 2010 kontrolliert, die nächste Prüfung sollte im April 2011 sein.

Sind die Prüfungen also überfällig? Schnadt dazu: "Wir beauftragen keine Fremdfirmen, prüfen selbst und hinterlassen auch keine Aufkleber. Das war zuletzt im Dezember."

"Wenn ein Hydrant nicht funktioniert, dann liegt das höchstens daran, dass jemand darauf parkt", so Schnadt. Viele Leute wüssten gar nicht mehr, wie so etwas ausschaut.

Grundsätzlich ist das Parken auf Hydranten verboten — selbst wenn wenn das Parken sonst dort erlaubt ist. Wenn es brennt, müssen Autobesitzer damit rechnen, dass die Feuerwehr mal eben den Pkw zur Seite ruckelt.

Die einzelnen Abstände

Hydranten werden durch rot-weiße Schilder, 25 mal 20 Zentimeter groß, in der Nähe kenntlich gemacht. Hinter dem "H" für Hydrant ist der Wasserrohrdurchmesser (in Millimetern) und darunter die Entfernung vom Schild (in Metern) angegeben.

Abstände zwischen den Hydranten richten sich konkret nach der Bebauung: Geschäftsstraßen und Industriegebiete alle 100 Meter, geschlossene Wohngebiete alle 120 Meter, offene Wohngebiete alle 140 Meter. KOMMENTAR

(RP/rl)