Homberger Jacobuschor geht auf Kulturreise

Thüringen und Sachsen-Anhalt : Homberger Jacobuschor geht auf Kulturreise

Ziel der Sänger waren Brennpunkte der deutschen Geschichte in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

(RP) Reisen bildet, und so fuhr der katholische Kirchenchor St. Jacobus aus Homberg unter der Leitung von „Reisebaas“ Peter Bilgeri zu Brennpunkten der deutschen Geschichte in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Nach der Besichtigung des Domes in Nordhausen nahm der Chor in der Lutherstadt Eisleben Quartier – ausgerechnet in dem Hotel, in dem 1546 der Reformator Martin Luther verstorben war. Für manche Mitreisenden war es schon denkwürdig, dessen Sterbezimmer unmittelbar nebenan zu wissen.

Anschließend folgte die Besichtigung des Klosters Helfta vor den Toren der Stadt, das Zisterzienserinnen nach 450 Jahren säkularer Nutzung nun wieder mit klösterlichem Leben erfüllen. Nach der Entchristlichung durch die Kommunisten wird die neue Gläubigkeit von der Bevölkerung positiv aufgenommen. Zur Vesper der Nonnen leistete der Chor seinen Beitrag durch drei Choräle, von denen das „Vater unser“ in der wiederaufgebauten Klosterkirche besonders gut zur Geltung kam. Zu DDR-Zeiten hatten hier noch Mähdrescher und Traktoren der örtlichen LPG gestanden.

Der nächste Morgen brachte Führungen durch die restaurierte Stadt Eisleben, wobei ein Besuch der Lutherhäuser obligatorisch war. Danach begab sich der Chor nach Aseleben am Süßen See, um das ehemalige Chormitglied Wilhelm Pickert abzuholen, der dort in einem Seniorenheim wohnt. Die Wiedersehensfreude war herzlich. Gemeinsam fuhr man nach Naumburg, um sich neben der schönen Altstadt auch das Weltkulturerbe anzusehen, den Naumburger Dom mit seinem berühmten Figurenschmuck.

Das nächste Ziel der Reise war die Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg, wo eine Verköstigung des bekannten Sektes nicht fehlen durfte. Sehr zur Gaudi der Reisegruppe gab es danach in Eisleben während des Abendessens im Rahmen einer Unterweisung durch einen Alleinunterhalter das Zeugnis in der Fachrichtung Feuerzangenbowle. Daher dürfen jetzt alle den Titel „Meister der alkoholischen Gärung“ tragen.

Der Tag der Heimreise begann mit einem Besuch in der Arche zu Nebra, wo die berühmte Sonnenscheibe gefunden worden war. Dabei wurde deutlich, dass sich um den Fund dieses einmaligen Objekts aus der Bronzezeit eine richtige Kriminalgeschichte rankt. Leider war das Original nicht zu sehen. Es wird in Halle ausgestellt. Den Abschluss der Chorreise bildete ein Besuch in der Fachwerkstadt Hannoversch-Münden. Sie ist nicht nur wegen ihrer drei Flüsse Fulda, Werra und Weser bekannt, sondern auch wegen Doktor Eisenbart, der 1727 hier verstarb.

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