Homberg. Kunst in der Kita St. Jacobus

Ratingen : Kleine Künstler schaffen große Werke

In der Homberger Kita St. Jacobus hat Kunst einen hohen Stellenwert. Eine besondere Ausstellung zeigt das.

Für Aaron ist es ein ganz besonderer Tag in zweierlei Hinsicht: Zum Einen hat er an diesem Tag Geburtstag – seinen fünften – zum Anderen ist der aufgeweckte Junge gleich mit drei Werken auf der Ausstellung „Kleine Künstler- große Werke vertreten. „Das hab ich gemalt“, sagt Aaron stolz zu einer der vielen Besucherinnen der Vernissage und zeigt mit dem Finger auf eine Leinwand, die auf einer Staffel steht.

Toller Grund zum Feiern: Aaron mit seinem Bild an seinem 5. Geburtstag. Foto: Blazy, Achim (abz)

Das Acrylbild heißt „3 Blumen“- so steht es auf der Kurzbeschreibung und es zeigt: drei Blumen. Drei prächtige rote Blüten auf pastellblauem Hintergrund. Sind das vielleicht Pfingstrosen? „Weiß nicht“, sagt der junge Maler und zuckt ein wenig gleichgültig mit den Schultern, dann lacht er. „Siehst du nicht, das sind normale Blumen?“ Dass Aaron ein Ausnahmekünstler ist, zeigt übrigens auch sein Outfit: Weder trägt der junge Künstler Seidenschal, noch schwarz umrandete Brille, sondern ein stahlblaues T Shirt mit dem Aufdruck „Aaron ist fünf“. „Du kannst das Bild auch kaufen“ lässt der kleine Junge die begeisterte Betrachterin wissen, „willst du?“

Seit Januar haben sich die Kinder der Kita St. Jacobs gemeinsam mit ihren Erzieherinnen dem ungewöhnlichen Kunstprojekt gewidmet. Es wurden Bilder berühmter Künstler wie Joan Miró betrachtet, für die Vorschulkinder gab es einen Besuch im Atelier von Pfarrer Alfons Demand. „Es ging uns darum, den Kindern ein wenig die verschiedenen Technikern aufzuzeigen und auch, wie sich die unterschiedlichen Farben verhalten“, erklärt Kitaleiterin Ulli Karla, „und letztlich konnten sie sich dann selbst ausprobieren, das haben die Kinder mit wahnsinnig viel Leidenschaft getan.“

Stolze Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde sind gekommen, um die kreativen Ergebnisse zu bestaunen und natürlich sind alle Künstler der vielen bunten und interessanten Leinwandmalereien persönlich vor Ort: Constantin hat sich mit der Rasierschaumtechnik befasst, herausgekommen ist ein Werk mit dem Titel „ohne Titel“, farblich harmonisch gestaltet und mit geschwungenen Initialien und dem Entstehungsdatum 3/9 unten rechts im Bild. Lea hat eine wunderschöne Skulptur aus Holz und Stein und mit Glaskugeln erschaffen und Giulia sich mit Acryl auf Leinwand auseinandergesetzt. Und Aarons Zweitwerk „Ein Haken“ zeigt tatsächlich einen riesigen, überdimensional großen Haken auf dunkelgrün-schwarz-rotem Hintergrund. Gewaltig wirkt es, fast ein wenig einschüchternd: das dominante Grün. Steht es für Hoffnung und soll die bejahende Symbolik des Hakens noch untermalen?

Aaron rollt bei solcher Frage ein wenig mit den Augen. „Siehst du nicht? Das ist Gras. Grahaaaaas“, antwortet er dann so energisch wie unmissverständlich.

Es ist wohl tatsächlich so, wie der Maler Pablo Picasso es einst formulierte: Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist nur, ein Künstler zu bleiben, wenn man erwachsen wird.

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