Hofermühle zwischen Lärm und Stau

Sorgen um Autoverkehr in Hofermühle : Anlieger klagen über Verkehrslärm und Stau im Nadelöhr

Im Stadtteil Hofermühle ist es nicht nur oder in erster Linie die erneut marode Brücke, die für Unmut sorgt.

Die neue Lage kam überraschend. Ein Jahr nach Sanierung ist die alte Brücke über die Kalkbahn in Hofermühle erneut ein Problemfall. Sie muss aufwendig erneut instandgesetzt werden, wie der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW nach einer Brückenprüfung mitteilte (unsere Redaktion berichtete). Eine Folge: Die Anlieger in Hofermühle bleiben chronisch gebeutelt durch die Verkehrssituation im kurvenreichen Nadelöhr.

Das liegt allerdings nicht nur an der Brücke, wie Jürgen Knoll findet. Gegenüber unserer Redaktion beschreibt er den Alltag so: „Die Verkehrssituation derzeit ist etwas ruhiger geworden, weil der Schwerverkehr etwas nachgelassen hat.“ Eigentlich kein Wunder: Die Brücke ist vorläufig für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Aber, so Knolls Erfahrung seit gut einer Woche: „Es ist aber erstaunlich, wie viele große Lkw die Ausschilderung nicht sehen oder einfach ignorieren. In der Nacht ist es aber entschieden leiser geworden.“

Die Ampelanlage bringe Verkehrsstaus mit sich, aber die gebe es bereits, seit die Autobahn eröffnet wurde. Nach 9 Uhr am Morgen fließe der Verkehr wieder, bis nachmittags ab 16.30 Uhr das gleiche Spiel Richtung A 44 für 2-3 Stunden von vorn beginne.

„Die Lärmreduzierung entsteht aber nur, weil weniger Lkw durch die Schlaglochpiste Ratinger Straße fahren. Hier springen die Auffahrrampen, die Ladung und Kleinteile auf den Ladeflächen bei jedem Schlagloch und erzeugen Tag und Nacht Lärm oberhalb 90 Dezibel. Für uns Anwohner ist der Zustand der Straße das wirkliche Lärmproblem.“ Die Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer bringe da schon etwas, „aber wenige halten sich daran“. Knolls Befund wird gestützt durch Zahlen des Kreises Mettmann: Bei einer Blitzeraktion im August verteilte der Kreis an einem einzigen Tag gleich mehrere hundert Knöllchen.

„Unser Problem ist also nicht so sehr die Brücke, sondern der Lärm durch die mittlerweile völlig marode Ratinger Straße. Ein Weiteres Problem ist der eventuelle Neubau der Brücke, der nach Vorschlägen der Stadt Heiligenhaus durch unsere Grundstücke gehen soll. Straßen NRW will die bestehende Brücke auf gleichem Baugrund innerhalb eines Jahres austauschen.“

Knolls Befürchtung für die Zukunft: „Wir wissen, das etwas über unsere Köpfe hinweg geplant wird und das ist beunruhigend.“ Ein Neubau der Brücke komme erst in den Blick, wenn der zweite Bauabschnitt der A 44 für den Verkehr freigegeben sei, sagte dazu ein Sprecher von Straßen.NRW auf Anfrage.