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Hölender Weg in Ratingen zu steil - immer wieder stürzen Radfahrer

Gefährliche Strecke : Hölenderweg: Wiederholt Rad-Unfälle auf steiler Strecke

Schon vor einigen Jahren beobachtete Bernd Sonnborn einen schweren Unfall auf dem Hölenderweg. Er hält die Strecke für gefährlich, vor allem für ortsunkundige Radfahrer. Die Stadt sieht das anders.

(abi) Bernd Sonnborn ist besorgt. Am Pfingstsonntag verunglückte ein Fahrradfahrer auf dem stark abschüssigen Hölender Weg in Höhe Brücker Mühle. Der Mann flog bei dem Versuch zu bremsen über den Lenker und wurde schwer verletzt. „Das passiert dort nicht zum ersten Mal“, weiß Sonnborn.

„Bereits vor einigen Jahren hat es zwei ähnliche Unfälle gegeben. Beim ersten von mir beobachteten Sturz konnte der Radfahrer verletzt aufstehen und seine Fahrt trotz Wunde fortsetzen. Beim zweiten Unfall fiel der Radfahrer mit dem Kopf auf einen Findling neben der Straße. Er wurde stark am Kopf blutend und bewusstlos vom Rettungswagen abgeholt.“

Sonnborn informierte damals schon die Stadt. Ohne Erfolg. „Nach rund einer Woche erhielt ich einen Rückruf mit der Auskunft, dass man die Stelle geprüft hätte und keinen Anlass zu weiteren Maßnahmen sieht“, erinnert er sich. „Der erneute Unfall zeigt aber, dass die Stelle dringend entschärft werden muss.“ Immerhin – der Findling, der bei einem der Radfahrer schwere Verletzungen verursachte, ist inzwischen verschwunden.  

Sonnborn, selbst leidenschaftlicher Fahrradfahrer, fordert: „Die gefährliche Stelle in einer Kurve muss gekennzeichnet werden. Ortsfremde Fahrer können nicht ahnen, was auf sie zukommt. Es ist sehr bedrückend, diese Unfälle anzusehen. Ich möchte einen Anstoß geben, um noch Schwerwiegenderes zu verhindern.“

Die Stadt Ratingen stuft die Strecke nicht als übermäßig gefährlich ein: „Der Unfallort ist bislang nicht als gefährlich auffällig geworden, auch die Unfallauswertung der Polizei weist die Örtlichkeit nicht als Gefahrenstelle aus. Die Steigung dort ist zwar nicht ohne, doch verglichen mit anderen Bereichen im Kreis Mettmann nicht außergewöhnlich“, so Ulrike Trimborn, Sprecherin der Stadt. „Warnschilder, die Radler auf das Gefälle hinweisen oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung enthalten, sind nicht vorgesehen und hält die Verwaltung auch nicht für hilfreich. Der Fahrer „merkt“ automatisch, dass es bergab geht und kann mit Prozentangaben auf Schildern erstmal nichts anfangen. Zudem verfügen Fahrradfahrer nur in wenigen Fällen über einen Tachometer und können damit ohnehin nicht feststellen, wie schnell sie sind.“