Heiligenhaus: Hochbegabte treffen sich im Club

Heiligenhaus: Hochbegabte treffen sich im Club

Seit zweieinhalb Jahren kümmert sich eine Begabtenpädagogin um Kinder und Eltern.

"Etwa drei Prozent aller Kinder sind weit überdurchschnittlich intellektuell befähigt und gelten somit als hochbegabt", so heißt es bei der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind. Diese Gesellschaft (DGhK) ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verein, in dem sich betroffene Eltern, Pädagogen, Psychologen sowie andere Interessierte ehrenamtlich für die Förderung hochbegabter Kinder einsetzen.

In Heiligenhaus kümmert sich unabhängig vom Verein die Begabtenpädagogin Adriana Hüskes seit zweieinhalb Jahren um hochbegabte Kinder und deren Eltern. Jeden ersten Donnerstag im Monat, jeweils um 19 Uhr, bietet Hüskes einen Gesprächskreis zur Begabtenförderung an. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung zu der Runde ist aber erforderlich.

Die Beratungsstelle für Hochbegabung ist im Heiligenhauser Club angesiedelt und ist eine Anlaufstelle für Eltern, Erzieher und Lehrer, die spezielle Fragen zu "Intellektueller Hochbegabung" haben. Ist mein Kind hochbegabt? Wo kann ich mein Kind testen lassen? In einer telefonischen Erstberatung geben Adriana Hüskes und und ihre Kollegin Erziehungsberaterin Jutta Kocke, die über ein Echa-Zertifikat verfügt, einzelfallbezogene Informationen und zeigen weitere unterstützende Maßnahmen auf.

Seit zweieinhalb Jahren ist Hüskes Ansprechpartnerin für Heiligenhauser Hochbegabte aber auch für die aus den umliegenden Städten. Mehr als 20 Familien hat sie in der Zwischenzeit betreut. "Der Bedarf ist da", sagt sie. Denn mit der Hochbegabung gehe oft eine Überforderung und Unsicherheit einher. Nicht nur bei Eltern, sondern auch bei Lehrern. "Lehrer und Erzieher sind oft dafür nicht sensibilisiert", sagt Hüskes. Um herauszufinden, ob ein Kind zu den zwei bis drei Prozent der Hochbegabten gehört, gebe es spezielle Tests auch für jüngere Kinder, für die sich ein IQ-Test noch nicht eignet.

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Adriana Hüskes und ihre Kollegin bieten zudem Raum für begabte und hochbegabte Kinder, die im Club regelmäßig gemeinsam ihre Freizeit gestalten und mit unterschiedlichen Angeboten ihren Wissensdurst stillen können. Die Treffen richten sich an Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren. Außerdem vermittelt die Begabtenpädagogin Kinder an andere Stellen weiter, wie beispielsweise an die Kinderuni.

Für Eltern und andere Interessierte finden neben dem regelmäßigen Gesprächskreis ebenfalls Vorträge zum Thema statt. Denn Hochbegabung äußert sich unterschiedlich und nicht immer unproblematisch.

So entstand beispielsweise die DGhK aus der Erfahrung, dass hochbegabte Kinder Probleme in der Schule und im sozialen Umgang entwickeln können, wenn ihre intellektuellen Bedürfnisse lange Zeit nicht wahrgenommen wurden und die Kinder deshalb ihre Fähigkeiten nicht entfalten konnten. Diese Erfahrung hat auch Adriana Hüskes gemacht. "Die Kinder fühlen sich oft ausgegrenzt, weil sie anders ticken als Gleichaltrige."

(RP)