In Erinnerung an Leon Bunte Steine helfen Leben retten

Ratingen · Mit kleinen farbenfrohen Glücksbringern will die Gruppe #ratingersteine am 23. Juli Spenden für die Stiftung Innovative Medizin sammeln. Die Aktion erinnert an Leon, der an einem Hirntumor starb.

 Mitglieder der Gruppe #ratingersteine geben ihre Kunstwerke gegen eine Spende ab. Sie unterstützen die medizinische Forschung.

Mitglieder der Gruppe #ratingersteine geben ihre Kunstwerke gegen eine Spende ab. Sie unterstützen die medizinische Forschung.

Foto: Achim Blazy (abz)

Die Mitglieder der Gruppe #ratingersteine eint eine Leidenschaft: Sie zaubern mit Pinsel und Farbe kleine Kunstwerke auf sonst eher schlichte Steine. Die bunten Glücksbringer werden anschließend in der Stadt oder am Wegesrand versteckt. Das Ziel: dem Finder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Doch mit den bemalten Handschmeichlern lässt sich noch mehr Gutes tun.

Der Anlass einer der größten Aktionen der Steinegruppe ist indes ein eher trauriger. Kurz nach der Gründung der Gruppe erfuhren die Hobbymaler von dem siebenjährigen Leon, der an einem Hirntumor erkrankt war. Für eine Behandlung fehlte Geld. Die Steinemaler wollten ihren Beitrag leisten und ließen die Pinsel glühen. Gegen eine Spende übergaben sie rund 1000 bemalte Steine an neue Besitzer. Mehr als 2800 Euro kamen bei der Aktion zusammen.

„Es war unbeschreiblich“, resümiert Stephanie Wigger, Mitglied der Steinegruppe nach der Aktion im Jahr 2020. „Die Menschen waren sehr nett und sehr aufgeschlossen. Die Ratinger haben toll zusammen gehalten. Auch die Organisation hat reibungslos funktioniert. Ich bin regelrecht überwältigt. Mit einer solchen Summe hat keiner von uns gerechnet. Wir haben viele Leute kennengelernt, die nicht nur Interesse gezeigt, sondern auch gespendet haben. Ich würde es jederzeit wieder machen“, so Wigger.

In die Freude über die erfolgreiche Aktion mischte sich jedoch Trauer. Leon erlebte die Übergabe der Spende nicht mehr. Er starb kurz vor seinem achten Geburtstag. Der Erlös der Sammlung wurde am Ende nach Rücksprache mit Leons Eltern an die Stiftung für Innovative Medizin gespendet, die sich für die Erforschung von Tumoren im Kindesalter einsetzt.

„Für uns ist es ein Herzensanliegen, die Forschung weiter zu unterstützen“, so Leons Mutter, Kathrin Döring. Kaum ein Tag vergeht, an dem die Familie ihren Leon nicht vermisst. Nicht immer ist es leicht, die Kraft zu finden, um den Kampf gegen die Krankheit weiter zu unterstützen. „Es ist ein ständiges Auf und Ab“, so Döring. Gerade jetzt, da am 25. Juli der zweite Todestag bevorsteht. Am 6. August hätte Leon Geburtstag gefeiert.

Der junge Ratinger erkrankte an einem Tumor, der DIPG (Diffuses intrinsisches Ponsgliom) genannt wird. Er tritt insbesondere im Kindesalter auf und ist inoperabel. Die Heilungschancen sind minimal, wirksame Therapien gibt es nicht. Noch nicht, so hoffen Leons Eltern. Das Problem: „Nur 20 bis 30 Kinder in Deutschland sind betroffen.“ Auch wenn die Dunkelziffer vermutlich weit höher liegt, wird die Erforschung von Behandlungsmethoden nicht finanziert. Die Arbeit finanziert sich ausschließlich über Spenden.

Familie Döring steht in engem Kontakt zur Stiftung für Innovative Medizin. „Dr. Alexander Beck testet dort neue Medikamente“, so die Familie. Um eines Tages anderen Eltern diesen Schicksalsschlag zu ersparen und erkrankten Kindern ein möglichst unbeschwertes Leben zu ermöglichen, will die Familie weiter kämpfen.

Die Gruppe Ratinger Steine hielt Wort und rief im vergangenen Jahr eine zweite Spendenaktion ins Leben. Im Jahr 2021 konnten 3110 Euro an die Stiftung übergeben werden.

Und in diesem Jahr soll es weitergehen. Seit einigen Wochen wird nicht nur fleißig gemalt, sondern auch gewerkelt. Denn zum ersten Mal sollen neben den bunten Steinen auch andere handgearbeitete Stücke gegen eine Spende abgegeben werden. Am Ende geht es um weit mehr als einen guten Zweck. Es geht auch darum, die Erinnerung an Leon wachzuhalten, der mit seinen zarten sieben Jahren eine riesige Lücke hinterlassen hat.