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Heiligenhaus: Hilfswerk bildet mehr Nachwuchs aus

Heiligenhaus : Hilfswerk bildet mehr Nachwuchs aus

Der THW-Ortsverein Heiligenhaus/Wülfrath traf sich zur Jahreshauptversammlung. Nachwuchssorgen hat er nicht.

Das Technische Hilfswerk, kurz THW, ist aus dem Heiligenhauser Alltag nicht mehr wegzudenken. Das freiwillige Helfen ist dort Lebenseinstellung. Auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend konnte das Team, bestehend aus 32 Jugendlichen sowie 57 aktiven Helfern, auf ein einsatzmäßig ruhiges Jahr zurückblicken. 128 Einsatzstunden konnten verzeichnet werden, erklärte Zugführer Daniel Kompalik. "Ein ereignisarmes Jahr — zum Glück", sagte auch der Ortsverbands-Vorsteher Frank Riederich.

Ausruhen ist dabei aber trotzdem nicht angesagt. Ausbildung, Jugendarbeit und Aktionen wie die Teilnahme am Stadtfest sind fest verankert. Deswegen waren jetzt nicht nur die Kollegen der Feuerwehr vor Ort, sondern auch Bürgermeister Jan Heinisch und der Bundestagsabgeordnete Peter Beyer (CDU), die sich für das Engagement bedankten: "Es ist nicht selbstverständlich, Zeit für andere zu opfern", so Beyer.

Das beweisen beispielsweise die ehemaligen Truppen-Köche Dieter Jahnke und Rolf Schütz, die zusammengerechnet an die 100 Jahre THW vorweisen können. Wie viel Stunden die beiden dabei an der Gulaschkanone gestanden haben, können sie wohl nicht mehr zählen. Aus ihrem Leben ist das THW-Blau einfach nicht wegzudenken. Das geht auch vielen ihrer Kameraden so. Denn im vergangenen Jahr war kein Helferaustritt im Ortsverband-Hauptquartier an der unteren Industriestraße zu verzeichnen. Stattdessen stieg die Zahl der Helfer in Ausbildung: acht Helfer sowie elf Jugendhelfer (gegenüber zwei im Vorjahr).

Auch an der Führungsspitze hat sich im letzten Jahr etwas verändert. Wolfgang Menzel hat nach zehn Jahren aus beruflichen, wie auch gesundheitlichen Gründen sein Amt als Verbandsvorsteher an Frank Riederich abgegeben. "Wir können eine erste positive Bilanz ziehen. Der Umbruch in der Führung hat neue Diskussionen und neue Ideen ergeben." Dass der neue "Chef" sich prima eingelebt hat, verriet sein Stellvertreter Martin Röllecke der RP. "Frank ist wahnsinnig engagiert und macht das gut. Er hat eben echtes THW-blaues Blut in den Adern." Zufällig feierte Riederich am Freitagabend dann auch noch seinen Geburtstag — natürlich mit Torte und Ständchen. "Ich feiere hier ja unter Freunden".

Auf sein Team ist er stolz. Auch dank Aktionen wie dem Kochen für die Tafel. So wurde vor allem eine Säule des Ortsverbandes am Freitagabend hervorgehoben, nämlich die Küchen-Crew.

"Sie sind diejenigen, die bei Veranstaltungen als Erste vor Ort sind und als Letzte gehen. Im vergangenen Jahr waren sie einfach bei jedem Dienst dabei", lobte Riederich das Kochteam, das zur Ehrung Hand in Hand nach vorne marschierte. Als kleines Dankeschön gab es kulinarische Gutscheine, damit sie sich, samt Partnern, auch mal schön bekochen lassen dürfen.

Kritisch sieht der Ortsverband-Vorsteher dabei allerdings eine seit Jahren erkennbare gesellschaftliche Entwicklung: "Durch Veränderungen in der Arbeitswelt fehlt vielen immer mehr der zeitliche Rahmen, um Ehrenämter zu pflegen." Mit der Gemeinschaft und vor allem der Jugendarbeit will man einer "menschliche Eiszeit" entschieden entgegenwirken.

Kontakt: www.thw-hgs.de

(RP/rl)