Heiligenhaus: Hier üben Musikschüler für ihren Erfolg

Heiligenhaus : Hier üben Musikschüler für ihren Erfolg

Beim Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert" erreichten fünf junge Heiligenhauser sehr gute Platzierungen.

Lampenfieber ist etwas, das man nicht beschreiben kann. Die einen haben richtig Hohes, bei den anderen ist es kaum messbar. Die einen spüren es körperlich, den anderen spukt dieses Fieber im Kopf herum. Sicher ist jedoch eines: Lampenfieber beflügelt. Fünf junge Heiligenhauser Köpfe hat dieses Fieber ganz besonders beflügelt.

Beim Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert" haben sie hervorragende Leistungen abgeliefert und sind ganz oben auf dem Treppchen gelandet. Den ersten Preis hat Elias Mitropoulos (11) mit dem Bogen am Cello belegt, begleitet wurde er dabei am Klavier von der Willicherin Aleksandra Kozlowska (11). Eins von drei Stücken: "Poéme" aus der Serenade Basque von Andrew Andorian. "Die Teilnahme ist ganz schön aufregend" findet Elias, "aber man übt viel dafür." Das hat sich gelohnt, er darf im März in der Landesrunde noch einmal zeigen, was er kann. Seit vier Jahren spielt er nun Cello; zum dritten Mal ist er bei "Jugend musiziert" dabei. In das Cello hat er sich beim Tag der offenen Tür der Musikschule regelrecht "verguckt". "Ich habe zwar viel ausprobiert, aber das Cello war das einzige Instrument, das mich richtig angesprochen hat." Ähnlich ging es auch seiner Begleiterin am Klavier: "Das Klavier hat mir sofort gefallen", sagt Aleksandra. Sie zum Beispiel ist kaum nervös vor einem Vorspiel.

Eine Herausforderung ist der Wettbewerb aber nicht nur für die Schüler, auch deren Lehrer sind schwer engagiert. Elias' Lehrerin Marion Matthes zum Beispiel: "Wir müssen die richtigen Stücke auswählen. Die müssen den Schüler noch einmal besonders herausfordern, dürfen aber natürlich auch nicht zu schwer sein. Dazu kommt zusätzlicher Unterricht, denn mit den normalen Stunden kommen wir für einen Wettbewerb kaum aus." Den Schüler durchhalten lassen, aber auch die Freude am Spielen nicht zu kurz kommen zu lassen, aber auch die Organisation zusätzlicher öffentlicher Vorspiele, gehört für die Lehrer ebenfalls dazu. "Gerade in Zeiten wo vor allem die älteren Schüler schulisch sehr eingespannt sind, braucht es viel Leidenschaft für dieses Hobby", sagt Klavier-Lehrerin Janine Einighammer-Kneip. "Früher war die Gruppe der Preisträger größer und altersmäßig besser vermischt." Auffällig sei auch, dass vor allem viele Schüler dabei sind, die aus musikalischen Familien kommen. "Ich kann ganz gut nachvollziehen, wie das so mit dem Üben ist", sagt Claudia Franke-Zimmer, sie hat selbst in der Heiligenhauser Musikschule gelernt. "Das Instrument steht also zuhause und ich kann auch mal helfen." Seit fünf Jahren spielt ihre Tochter Julia (11) das Instrument ebenfalls. Julia hat gemeinsam mit Anna Mitropoulos (8) an der Geige teilgenommen. Elias' Schwester spielt seit zwei Jahren schon. "Ich hab schon früher gerne Geigenmusik gehört, und jetzt übe ich das so 20 Minuten am Tag." Mit Mozart, Bach und Cullen konnte Tabitha Beyer an der Querflöte die Jury von sich überzeugen. Sie hat den zweiten Platz gemacht.

Auch sie stammt aus einem insgesamt musikalischen Haushalt. "Wenn man für den Wettbewerb übt, muss man die Stücke sehr genau üben. Da geht es richtig an die Feinarbeit."

(sade)