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Ratingen: "Hier steckt viel Arbeit drin"

Ratingen : "Hier steckt viel Arbeit drin"

Der Bürgerverein Unterilp sorgt sich um den Bestand seines "Bürgerraums" und der Aula der ehemaligen Grundschule. Vereinschef Alfred Salmon verweist auf die Eigenleistung des Vereins. Die erspare der Stadt Geld.

Unterilp Das Schild "Bürgerraum" über dem Eingang ist nicht zu übersehen. Der Raum selbst – blitzblank, feinstens aufgeräumt – gehört zur ehemaligen Grundschule Unterilp. Er ist das Quartier des Bürgervereins Unterilp – und vieles mehr. Vereinschef Alfred Salmon zeigt Besuchern gern, was die Mitglieder für die 3000 Unterilper auf die Beine gestellt haben und beständig pflegen.

"Schauen Sie sich nur um", sagt er mit ausladender Geste über das schmucke Gartengrundstück mit dem gepflasterten Hof. "Hier stecken inzwischen rund 25 000 Euro drin." Aber es geht nicht nur ums Geld. "Wilfried Eichmann ist sozusagen unser Haus- und Hofmeister. Er hat das alles hier gestaltet", lobt der Vereinschef. Trotzdem: Herr im Haus – im Bürgerraum wie in der darüber liegenden, ehemaligen Aula, ist der Bürgerverein nicht. Es besteht ein Nutzungsvertrag mit der Stadt, der nach Salmons Worten "auch jederzeit gekündigt werden kann". Genau dies will der Bürgerverein verhindern.

Zukunft offen

Offen ist derzeit die Zukunft der Schul-Immobilie. Zwar gebe es keine konkreten Pläne, aber die Politik werde sich über kurz oder lang mit der Zukunft des für die Stadt kostenträchtigen Baus nebst Grundstück befassen müssen, sagte Kämmerer Beck unlängst gegenüber der RP.

Alfred Salmon sieht den Kostengesichtspunkt von anderer Warte: "Bürgerraum und Aula werden vielfältig genutzt. Wir haben die Aula selbst renoviert und für eine Bühne gesorgt. Wir wissen um die Kosten – aber hier steckt auch Arbeit drin, die Geld wert ist." So kümmere sich der Verein nicht nur um Räume und Außenanlagen, sondern auch um die Pflege des nahe gelegenen Parkplatzes und die Sauberkeit rund um die Containerstellplätze neben dem Schulgelände: "Damit nehmen wir der Stadt bei ihrer Personal- und Geldknappheit viel ab", sagt der Vereinschef selbstbewusst.

Dennoch bereite ihm die Sorge um die Zukunft von Räumen und Verein "schlaflose Nächte. Hätte man einen Investor, der hier mit einsteigt, dann sähe das anders aus". Vorerst will er sich um ein größeres Angebot kümmern. Der Bürgerverein ist in Kontakt mit dem Club, um eventuell Filme zeigen zu können. Denn eines steht für Salmon und Eichmann fest: "Wenn wir den Raum nicht mehr haben, fehlt uns die Grundlage für unsere Arbeit." Schon jetzt sei die Lage im knapp 50 Jahre alten Stadtteil prekär. Eichmann wohnt seit 1964 hier: "Früher gab es hier von der Grundschule bis zum Einkauf jede Infrastruktur. Die ist Stück für Stück abhandengekommen."

Nun hofft der Verein auf ein Signal seitens der Stadt.

(RP)