Heljensbad: Neubau-Planung unter neuen Vorzeichen

Heiligenhaus : Millionenplan für Bad nimmt Fahrt auf

Noch sind es 15 Monate bis zur Kommunalwahl. Je nach Zeitmodell kann der Neubau des Bades zum Wahlkampfschlager werden. Ob das der Sache dienlich wäre, steht dahin. Es dürfte schon schwer genug werden, schnell Baufirmen zu finden.

„Wir haben, eigentlich wie zu jedem Saisonstart, eine fünfstelllige Summe in Technik und Anlage gesteckt.“ Sagt Heljensbad-Chef Holger Brembeck. Die Wiesen sind gemäht, die Becken befüllt, dem allerersten Augenschein nach könnte es mit dem Betrieb losgehen. Das wird aber aller Voraussicht nach erst am 1. Juni der Fall sein. Im Blick hat Brembeck allerdings eine völlig andere Terminstrecke. Und damit steht er nicht allein.

Die Diskussion um die Millionen-Investition in das neue Bad lebt auf. Am Dienstgabend hat der neu ins Leben gerufene „Lenkungskreis“ zum zweiten Mal getagt, verstärkt durch Profis einer Sportstätten-Betriebs- und Planungsgesellschaft, wie Bürgermeister Beck auf Anfrage mitteilte. Was die größte Infrastruktur-Investition der Stadt seit langer Zeit angeht, wird eine neue Strategie erkennbar.

Becks Bemühen geht seit geraumer Zeit dahin, einen, wie er selbst sagt, „anfangs völlig vergurkten Prozess ganz neu aufzusetzen“. Genau dafür soll der Lenkungskreis einstehen. Er besteht aus je zwei Mitgliedern der Ratsfraktionen, Vertretern der Stadtwerke (Bäderleitung) und der Verwaltung sowie den Planer-Profis. Über das geplante Vorgehen sagt Beck: „Ich möchte, anders als eben in der Vergangenheit, eine sehr sachorientierte Diskussion haben.“ Dieser „konsensuale Weg“ funktioniere diesmal auch, so sein Eindruck. Vereinbart sei aber auch, keinerlei Details vorzeitig publik zu machen. Ob und welche Hausaufgaben also die Profiplaner mit auf den Weg nach Hause bekamen, ließ er offen. Man habe sich auf Vertraulichkeit verständigt. Nur so viel: Vor den Sommerferien werde es ein weiteres Treffen geben.

Beck ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Bad-Thema aus seiner Sicht nicht für Wahlkampfgetöse aller Art taugt. Ob es nicht trotzdem so kommt, steht vorläufig dahin. Denn abseits konkreter Planung und Kommunikationsstrategie dürfte es, je näher der Wahltermin rückt, auch um die Praxis gehen. Konkret auch darum, Baufachfirmen für das Großprojekt zu finden. Dass dies in diesen Tagen keine schnelle Selbstverständlichkeit für öffentliche Bauherren ist, hat unlängst Landrat Thomas Hendele betont, als er die Pläne für die Sanierung der Polizeiwache am Höseler Platz erläuterte.

Das Bad-Vorhaben hat eine ungleich größere Dimension. Es wurden bereits erkennbar Pflöcke eingeschlagen: Die Pachtverträge für die Kegelanlage und den Schießstand an der Selbecker Straße – die einzigen direkten Bad-Anlieger – sind gekündigt. Die Zukunft der beiden Vereine war am Dienstag noch nicht Thema, wie Beck sagte.

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