Heinrich Schmitz: Lehrer, Heimatforscher und Namensgeber

Schule : Lehrer, Heimatforscher und Namensgeber

Noch heute erinnert eine Ehrentafel am Haupteingang der Schule an ihren ehemaligen Schulleiter Heinrich Schmitz.

Schulen tragen meist Namen von Personen, die in einer Beziehung zu ihr standen oder deren Ideen, Schicksale oder Leistungen die Namensübernahme rechtfertigten. Die „Heinrich-Schmitz-Grundschule“ im Lintorfer Norden wurde benannt nach ihrem ehemaligen Lehrer und Schulleiter Heinrich Schmitz, der sich in Lintorf auch als Heimatforscher einen Namen gemacht hatte.

Ursprünglich hieß sie „Katholische Schule II“, wurde im Volksmund aber meist „Büscher Schule“ genannt, da sie im sogenannten „Lintorfer Busch“ angesiedelt ist. Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens im Jahre 1952 wurde sie auf Initiative des Lintorfer Heimatvereins in „Heinrich-Schmitz-Schule“ umbenannt, um dem ehemaligen Lehrer und Heimatforscher Wertschätzung für seine Arbeit zu zollen. Der Heimatverein stiftete zu diesem Ereignis die bronzene Ehrentafel, die noch immer am Eingangstor der Schule zu finden ist. Schmitz‘ Sohn Heinz war damals bei der Feierstunde als Ehrengast zugegen.

„[…] Niemanden hätte eine solche Ehrung mehr erstaunt als Heinrich Schmitz, stammte er doch weder aus Lintorf noch war er hier aufgewachsen. Er hatte hier ,nur‘ dreißig Jahre als Lehrer gelebt, Menschen unterrichtet und mit seinen Artikeln und Büchern einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung des Angerlandes geleistet […]“ schrieb Ulrich Rauchenbichler M.A. 1994 in der Quecke Nr. 64.

Der Namenspatron der Schule wurde 1874 in Katzem/Kreis Erkelenz geboren und wuchs auf dem Bauernhof seines Vaters auf. Nach seinen Lehrprüfungen bekam er zunächst eine Anstellung an einer Volksschule in Neuss und heiratete Magdalena Hamacher. 1906 wurde er als Leiter der Katholischen Schule II nach Lintorf berufen.

Schmitz war sehr auf seine eigene Weiterbildung bedacht, lehnte aber trotzdem nach seiner Rektorenprüfung eine Berufung zur Übernahme der Leitung einer größeren städtischen Schule ab. Er wollte lieber in Lintorf bleiben, denn diese Gemeinde war für ihn mittlerweile mehr als nur Arbeits- und Wohnort geworden. Er wurde von der Schulgemeinde sehr geschätzt. Er sei streng, aber ein guter Lehrer gewesen und kein Schläger. Er habe den Schülern im Heimatkundeunterricht viel von Lintorf erzählt, erinnerte sich Maria Molitor in der Quecke 65 (1995).

Allerdings schien ihm das nur Lehrer sein nicht zu genügen. In seiner Freizeit beschäftige er sich deshalb intensiv mit der Geschichte seiner neuen Wahlheimat, und seine Arbeiten zur Heimatgeschichte wurden auch über die Grenzen Lintorfs hinaus bekannt.

Er betreute und bearbeitete unter anderem das Adelsarchiv der Familie des Grafen von Spee im Schloss Heltorf. „[…] Es war damals für die Lintorfer ein gewohntes Bild, wenn ein- oder zweimal in der Woche der Doppelspänner des Reichsgrafen an der Büscher Schule vorfuhr, um Heinrich Schmitz abzuholen“, berichtete einst Theo Volmert (Quecke 11 aus dem Jahre 1952).

Weitere Erkenntnisse und Ergebnisse für seine Forschungsarbeit gewann Schmitz bei der Durchforstung der Archive der Kirchen und der Bürgermeistereien. Seine „Ausbeute“, die er in den verschiedenen Archiven machte, waren eine unentbehrliche Quelle für eine zukünftige Darstellung der frühen Ortsgeschichte. Er veröffentlichte mehrere Bücher. Auch in der lokalen Presse erschienen heimatgeschichtliche Beiträge aus seiner Feder. Zwei Mal wurde er sogar für mehrere Wochen vom Schuldienst beurlaubt, damit er seine Bücher abschließen und herausgeben konnte.

Die Lehrer der Katholischen Schule II, Heinrich Schmitz, Katharina Kaisers und Franz Mendorf, vor der Schule im Jahr 1933. Foto: RP/Archiv Lintorfer Heimatfreunde
Die Tafel, die an Heinrich Schmitz erinnert, steht am Eingangstor der Lintorfer Schule. Foto: Blazy, Achim (abz)

Im Jahr 1936 trat Heinrich Schmitz in den Ruhestand und zog mit seiner Frau zunächst nach Düsseldorf und sechs Jahre später zu seiner Tochter nach Salzburg, wo er im September 1943 verstarb. Beerdigt wurde er allerdings auf dem Lintorfer Waldfriedhof an der Krummenweger Straße.