Heiligennhaus. Treffen der Wirtschaftsjunioren NRW

Heiligenhaus : Wirtschaftsjunioren:  Treffen der Kreis-Sprecher

(RP) Die Wirtschaftsjunioren (WJ) aus Nordrhein-Westfalen kamen in Heiligenhaus zu ihrem ersten von zwei Kreissprecher-Summits in diesem Jahr zusammen. Im Waldhotel wurde den Vorsitzenden der 27 Kreisverbände die aktuellen Themen und Projekte auf Landes- und Bundesebene näher gebracht.

Außerdem tauschten sie untereinander ihre gelungenen und weniger gelungenen Vorhaben aus, denn neben der Vernetzung der meist nur für ein Jahr an der Kreisspitze stehenden Jungunternehmer und Führungskräfte ist gerade dieses voneinander Lernen ein wichtiger Bestandteil dieser regelmäßigen Wochenenden.

Zum politischen Talk wurde am Samstagabend Arndt Klocke, seit Mai 2017 neben Monika Düker Fraktionsvorsitzender B90/Die Grünen im Landtag NRW, erwartet. Moderiert von Patrick Hahne, der im Landesverband der Wirtschaftsjunioren das Ressort Politik & Wirtschaft verantwortet, plauderte der in Köln lebende Ostwestfale unter anderem über seinen Tagesablauf, sein Hobby als Kinofan, Ministerpräsident Armin Laschet und den Kölner Karneval. Den größten Teil der fast drei Stunden, die Klocke im Kreise der WJ-Kreissprecher verbrachte, drehte sich aber um die brennenden politischen Themen: Dieseldebatte und Mobilität der Zukunft, Energiewende und die Aufgaben, die angesichts der Kohleausstiegs innerhalb der nächsten 20 Jahre noch vor dem rheinischen Revier stehen. Und es ging um die Situation der Grünen, die bei den jüngsten Landtagswahlen in NRW auf 6,4 Prozent abgestürzt waren, jetzt aber von Wahlforschern bei fast 20 Prozent gesehen werden. „Wir sind für unsere Versäumnisse, insbesondere in der Schulpolitik, abgestraft worden“, sagt Klocke. Die Durchsetzung des von der Vorgängerregierung seinerzeit übernommenen G8-Modells an Eltern- und Schülerstimmen vorbei sei genauso problematisch gewesen wie die mit zu wenig personeller Unterstützung umgesetzte Inklusion. „Anders als vor 30 Jahren ist Wählermeinung heute sehr stark von der akuten politischen Stimmung geprägt. Das führt dazu, dass die Parteien sich nicht mehr auf einem gesunden Stimmenpolster ausruhen können und dass Auf- und Abwärtstrends stärker ausgeprägt sind.“

Die Grünen-Politik wurde aus Sicht der jungen Wirtschaft auch kritisch beäugt. Fragen nach dem „kleinen Parteitag“ im Hambacher Forst musste sich Klocke ebenso gefallen lassen wie die nach der Sinnigkeit von Fahrverboten oder einer eventuell wirtschaftsfeindlichen Energiepolitik. Die Notwendigkeit, dem Klimawandel entgegen zu wirken, sei unstrittig – aber letztendlich müsse die Energiewende auch bezahlt werden und schon jetzt gebe es Branchen, die aufgrund beispielsweise der EEG-Umlage international nicht mehr konkurrenzfähig seien. Arndt Klocke versprach, die Anregungen mit in seine politische Arbeit hineinzunehmen, stellte aber auch klar, dass nicht jede Sau, die in Umweltfragen durchs Dorf getrieben werde, aus seiner Partei komme. Im Gegenteil: Gerade die aktuellen Themen wie die Frage von Fahrverboten in den Innenstädten seien von unabhängigen Umweltorganisationen vorgebracht worden und grüne Politiker haben da „nicht die Finger drin“.

Mehr von RP ONLINE