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Heiligenhnaus führt digitale Abfallkarte ein

Das freut nicht nur Gartenbesitzer in Heiligenhaus : Abfallkarten gibt es ab sofort online

Für die Entsorgung von Grünschnitt und Bauschutt braucht es in Heiligenhaus nun keine Papierkarten mehr: Seit dieser Woche kann man auch online bezahlen und erhält per QR-Code Zugang zur Annahmestelle an der Friedhofsallee.

Ein weiterer Schritt zur papierlosen Stadtverwaltung: Wer daheim die Hecke, den Baum oder den Rasen schneiden oder die Fliesen im Bad abschlagen will, der kennt möglicherweise das Problem: Bevor es zur Annahmestelle an der Friedhofsalle gehen kann, um die Abfallreste dieser Arbeiten zu entsorgen, müssen erst Grünschnitt- oder Bauschuttkarten erworben werden.

 Ob Grünschnitt oder Bauschutt: An der Friedhofsallee geht für Nutzer nichts mehr ohne QR-Code.
Ob Grünschnitt oder Bauschutt: An der Friedhofsallee geht für Nutzer nichts mehr ohne QR-Code. Foto: Achim Blazy (abz)

Die gab es bisher nur an sechs Standorten im Stadtgebiet, wie dem Bürgerbüro oder Geschäften, und eben nur in Papierform, nun allerdings präsentiert die Stadtverwaltung eine Alternative - die Abfallkarten gibt es fortan auch online. „Jetzt kann man die Karten einfach Zuhause vom Sofa aus kaufen“, kündigt der erste Beigeordnete Björn Kerkmann an. Und der Kauf der Karten, die ihren Preis übrigens behalten, sei, das erklärt und demonstriert Nils Gilges, der städtische Projektmanager für Digitalisierung und Smart City, ganz einfach: Auf der Webseite der Stadt Heiligenhaus gibt es den Menüpunkt Bauschutt/Grünabfall, über den klickt man sich direkt in den Webshop und kann dort die benötigte Karte in den Warenkorb legen, anschließend erfolgt die Bezahlung über Zahlungsdienstleistungen der Kreissparkasse Düsseldorf. Die konnte die Stadt Heiligenhaus als lokalen Partner für das Online-Bezahlsystem ins Boot holen. Diese Kooperation für städtische Dienste und die digitale Umsetzung ist ganz frisch. „Wir wollten einen lokalen Partner für die Umsetzung, nicht irgendeine Bank im Ausland. Sondern jemanden, mit dem man zügig Projekte umsetzen kann und den man über kurze Wege auch persönlich erreicht“, sagt Kerkmann. Die Idee zu einem solchen Onlinedienst habe es schon länger gegeben, die finale Umsetzung erfolgte nun in knapp acht Wochen. „Das ist machbar, wenn alle Beteiligten sich engagieren“, weiß Christoph Wintgen, Vorsitzender des Kreissparkassen Vorstandes und Gilges erklärt, woran man das erkennen kann: „Wir haben den Start eigentlich für den 1. August geplant, waren aber früher fertig und konnten damit auch früher den Startschuss geben.“ Man greift dafür nun auf ein bereits bestehendes Ticketsystem der S-Public Services zurück, einem Angebot der Kreissparkassen Finanzgruppe zurück, das umfunktioniert wurde, erläutert Wintgen. Die Bezahlung ist dann entweder über Kreditkarte, Paydirekt oder per Lastschrift vom Girokonto möglich. Für den Onlinekauf im System muss man sich auch nicht registrieren, eine Mail-Adresse reicht. An die wird anschließend der QR-Code geschickt, den die Kundinnen und Kunden dann über das Smartphone oder auch als Ausdruck den Mitarbeitern an der Annahmestelle zeigen können, welche ihn dann scannen und damit entwerten. Das System in dieser Form für die Abfallkarten an der Annahmestelle sei dabei ein Novum im Kreis. Und ein weiterer Schritt zur digitalisierten Stadtverwaltung in Heiligenhaus. Das Motto „papierlose Verwaltung“ ist dort schon länger ausgerufen und rückt auch mit dem neuen Digitalisierungsbeauftragten weiter in den Fokus. „Die Karten zu drucken, zu verteilen und zu verkaufen ist auch für uns ein Aufwand“, sagt Kerkmann, der ein ganzes Online-Serviceportal plant. Die nächsten Schritte könnten zum Beispiel der Eintritt ins Heljensbad per QR-Code sein; auch für die Kultur wäre das denkbar, so der Beigeordnete, „wobei wir da Neanderticket natürlich keine Konkurrenz machen wollen.“