Heiligenhauser Jugendrat befindet sich im Aufwuind

Kandidaten: Jugendrat befindet sich im Aufwind

Alle zwei Jahre wird die 14-köpfige Interessenvertretung der Jugend neu gewählt.

Wie funktioniert demokratische Politik in Heiligenhaus? Und wie können da eigentlich junge Leute mitmischen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich am Samstag im Club die Heiligenhauser Jugendlichen, die sich in den nächsten zwei Jahren – offiziell von ihren Altersgenossen gewählt - im Jugendrat für die Themen ihrer Generation einsetzen möchten.

Ob die Zukunft des Heljensbades (wo sie 2017 eine Sommerparty feierten), die Eröffnung eines Grillplatzes im Hefelmann-Park, ein Stand auf dem Stadtfest oder auch die Beschäftigung mit gesellschaftlichen Themen auf www.offeneshausnrw.de, der 14-köpfige Jugendrat hat spannende Themen auf seiner politischen Agenda. Ideen bringen auch die Neuen schon mit, sie wollen die Stadt bunter gestalten und auch den Jugendrat bekannter machen.

Nachdem es einige Jahre still um eine aktive Jugend-Interessenvertretung war, ist das Gremium seit vier Jahren nun deutlich im Aufwind. Regelmäßig treffen sich die von ihren Mitschülern gewählten Mitglieder, die sich vor allem in Arbeitsgruppen organisiert haben. Natürlich werde diskutiert, aber eigentlich sei man eine harmonische Gruppe, sagen die Mitglieder. Kommuniziert wird, ganz unkompliziert, zum Beispiel über WhatsApp. Am Samstag gab es für sieben Kandidaten der nächsten Generation einen Workshop, in dem sie die Grundlagen für das politische Engagement kennen lernten.

Theorie-Nachhilfe gab’s von Fachbereichsleiter Thomas Langmesser, denn der Jugendrat hat beispielsweise beratende Funktion im städtischen Politikbetrieb; für praktisches Wissen sorgten die „alten Hasen“ des aktuellen Jugendrates, die ihr Wissen weitergaben: Was zum Beispiel macht der Jugendrat eigentlich?  Das wusste Hilal Celik (15) vor ihrer Wahl vor zwei Jahren auch nicht, heute findet sie: „Der Jugendrat ist ein wichtiges Sprachrohr für die Jugendlichen.“ Ähnlich ging es auch Joleen Schöneberg (17), die sich wiederwählen lassen möchte: „Ich wusste auch nicht, wie Politik funktioniert. Der Jugendrat hat mir aber Türen geöffnet, zum Beispiel zu einem Praktikum im Landtag.“ Genauso wie sie, kann sich auch Zehra Aktaş (19) eine Karriere in der Politik vorstellen, sie hat bei Praktika Erfahrung sammeln und Kontakte knüpfen können.

Für eine Partei haben sich die beiden aber noch nicht entschieden. Von der hiesigen Politik und Verwaltung fühlt sich das junge Gremium übrigens gut unterstützt. „Der Jugendrat ist auch super wichtig“, betont CDU-Fraktionschef Ralf Herre. „Im Stadtrat bewegen uns viele junge Themen, für die wir die Expertise der jungen Generation brauchen: Schwimmbad, Schule, Digitalisierung.“ Sein Wunsch: Dass die Jugend mitmischt und Ideen entwickelt – und im besten Falle politisch am Ball bleibt.

Der Übergang in die Jugendorganisationen der Parteien kann dabei fließend sein. Muss er aber nicht, denn der Jugendrat selbst ist ein überparteiliches Gremium. Mitglieder wie Feyza Sarigül (16), die nun, etwa wegen des anstehenden Abiturs ausscheiden, wollen ihren Nachfolgern aber beratend zur Seite stehen. Ende des Monats wird sich der neue Jugendrat zusammenfinden.

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