Historie des Stadtfestes Wie aus zwei Veranstaltungen eine wurde

Heiligenhaus · Auf dieses Fest freuen sich die Heiligenhauser ganz besonders. Am Donnerstag startet das viertägige Stadtfest mit vielen Angeboten für alle Altersgruppen.

 Hingucker beim Stadtfest im Jahr 2005 waren die Stelzenfiguren.

Hingucker beim Stadtfest im Jahr 2005 waren die Stelzenfiguren.

Foto: Achim Blazy (abz)

Darauf freuen sich Heiligenhauser das ganze Jahr über: Am Donnerstag beginnt das Stadtfest – Ab in die Mitte. Aus dem Kinder- und Jugendfest zu Beginn der 80er entwickelte sich eine Veranstaltung, die für Menschen jeden Alters was zu bieten hat und für Experimente immer gut war.

Weil der Handel unter dem Durchgangsverkehr auf der Hauptstraße seinerzeit stark zu leiden hatte, kam die Inhaberin eines kleines Damenmodegeschäftes auf die Idee, eine Fahrspur zu sperren, um darauf einen Trödelmarkt zu veranstalten. Vom Ehemannshof bis zum Kirchplatz breiteten die Trödler ihre Schätze auf dem Bürgersteig aus, die Heiligenhauser flanierten auf der abgesperrten südlichen Fahrbahn. Zu Unfällen kam es nicht, ein Verkehrschaos blieb aus. Die Autofahrer fuhren zumeist etwas schneller als Schrittgeschwindigkeit und genossen die ungewöhnliche Situation am Samstag, an dem eine ausgesprochene lockere Stimmung in der Luft lag.

Als sich das Stadtmarketing etablierte, entwickelte sich aus einer Messe in der Aula des Gymnasiums, bei der sich viele Organisation vorstellten, eine Vereinsmeile mit Strandatmosphäre. Beide Veranstaltungen wurden zusammengelegt, wobei das Kulturbüro unter Leitung von Reinhard Schneider den „Hut“ aufhatte. Inzwischen bewährt sich die Zusammenarbeit: Das Kulturbüro sorgt für das Fest auf dem Rathausplatz mit dem Bühnenprogramm und den Buden, die unter anderem von den Partnerstädten belegt sind. Dazu organisiert das Kulturbüro die Trödelmeile, die dank der Entflechtungsstraße auf der voll gesperrten Hauptstraße ab 9 Uhr stattfinden kann.

Am Sonntag ab 11 Uhr lockt zwischen Bahnhofstraße und Kirchplatz die Vereinsmeile, das vielfältige Angebot in Heiligenhaus kennenzulernen. „Wir haben um die 50 Stände“, überschlägt André G. Saar die Teilnehmerliste. Auf dem Kirchplatz gibt es wieder eine Zone mit Sand zum Chillen: „Die Kinder können im Sand spielen und die Eltern trinken einen Cocktail. Das ist zurück zu den Wurzeln“, erinnert sich der Stadtmarketing-Koordinator an die Anfänge.

Vor der Corona-Pandemie war das noch anders: Da wurden 200 Tonnen Sand auf dem Kirchplatz verteilt, auf denen zuletzt gleich zwei Beachvolleyballfelder abgesteckt wurden. Dort kamen die Experten des Strandsports zusammen, um sich für hochrangige Turniere zu qualifizieren. „Einer der beiden Goldmedaillen-Gewinner von den Olympischen Spielen in London war dabei“, weiß André sah, der erlebte, wie es immer schwieriger wurde, Sponsoren für die Tribüne und Personal zu finden.

Inzwischen tragen die Beachvolleyballer ihre Spiele an der Selbecker Straße aus. „Ebenso konnten wir den Sand nicht finanzieren, weil der Transport immer teurer wurde. Immerhin kommen 14 Sattelschlepper zusammen.“ Damit sich der ganze Aufwand lohnt, wurde festgelegt, dass das Heiligenhauser Stadtfest an vier Tagen stattfindet, beginnend mit dem Fronleichnams-Donnerstag. Die Katholiken halten ihre Messe unter freiem Himmel im Thormählenpark ab, um anschließend in die Kirche zu ziehen. Danach öffnen die Buden auf dem Rathausplatz, die Heiligenhauser Kult-Cover-Band „chug-a-lug“ tritt um 12.30 Uhr als Erstes auf, gefolgt vom „Frohsinn“, einem Mitmachkonzert für die ganze Familie, der offiziellen Eröffnung durch den Bürgermeister und anschließend der Band „tomkante“, dem Frauen-Rock-Duo „Fank´s White Canvas“ und „Ticket to Happiness“ mit Folk-Rock.

Im Rahmen der Vereinsmeile öffnen am Sonntag ab 13 Uhr die Geschäfte in der Heiligenhauser Innenstadt. Das ganze Programm des Stadtfestes gibt es unter www.heiligenhaus.de.

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