Heiligenhaus: VHS brigt Eltern Computerspiele bei

Heiligenhaus : Eltern lernen digitale Spielewelten kennen

Ein Stück Experimentierfreude schadet da sicher nicht: Die VHS bringt Erwachsenen einen Abend lang bei, was deren Kinder längst können. Außer Spieleanleitungen gibt es Experten-Antworten auf Fragen zum Thema.

Das Kind sitzt stundenlang an der Konsole oder dem Rechner, ist gereizt, wenn es von den Eltern angesprochen wird und scheint die Zeit zu vergessen. Es vergisst zu essen, zu schlafen oder auch so manche Freundschaft. Für Kinder und Jugendliche dagegen ist das Versinken in virtuellen Spielwelten am PC, der Konsole oder auch am Handy eine beliebte Freizeitbeschäftigung, bei der sie virtuell auch Freunden begegnen können.

Susanne Wege organisiert die sehr besondere Eltern-LAN-Party. Foto: Blazy, Achim (abz)

Für viele Eltern ist diese Faszination immer noch ein Mysterium, in das sie nur schwer hineinfinden. Bei einer LAN-Party für Eltern will nun die VHS Velbert/Heiligenhaus das Thema ganz praktisch angehen: Mit den Spielen. Dazu lädt Diplom-Sozialarbeiterin Susanne Wege als Programmplanerin der VHS Velbert/Heiligenhaus gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung am Donnerstag, 28. März, ab 17.30 Uhr, in den Computerraum 159 der Heiligenhauser VHS. In dem Workshop können die Eltern die aktuell beliebtesten Spiele ihres Nachwuchses einfach selbst mal zocken. Von Minecraft bis Fortnite lernen sie dabei gemeinsam mit zwei Medienexperten auch die unterschiedlichen Spielwelten kennen. „Eingeladen sind aber nicht nur Eltern, sondern auch Fachkräfte, wie Lehrer oder Erzieher, aber auch Großeltern. Vielleicht möchten auch Jugendliche ab 16 Jahren am liebsten selbst ihre Spielwelten vorstellen“, sagt Wege. Was steckt eigentlich hinter den Spielen? Was ist ihren Kindern daran so wichtig? Und wo liegen die Grenzen zwischen normaler und nicht mehr normaler Nutzung? Und wie kommt man mit den Jugendlichen bei dem Thema überhaupt ins Gespräch? Die Veranstaltung ist für die Teilnehmer kostenfrei, diese Niedrigschwelligkeit sei ihr wichtig, um auch die Menschen anzusprechen, die für solch ein Kursangebot sonst kein Geld in die Hand nehmen würden.

„Ich würde mir wünschen, dass Eltern danach auch die Begeisterung ihrer Kinder für die Spiele besser verstehen“, sagt Wege. Ansprechen will sie mit diesem Angebot ausdrücklich auch Pädagogisches Fachpersonal, das müsse in diesen Themen noch viel besser geschult werden, da es bei betroffenen Familien immer auch erster Ansprechpartner sei. Die Experten werden dann auch Fragen zu begleitenden Themen beantworten, wie der Spielsucht: „Auffällig ist zum Beispiel, wenn das Kind immer mehr in der virtuellen Welt versinkt und die reale Welt außen vor lässt.“

Aber auch wenn es sich nicht mehr an vereinbarte Regeln hält, die – so der Rat der Sozialarbeiterin – gemeinsam ausgehandelt wurden, wie beispielsweise die wöchentliche Spielzeit. „Warnsignale können auch sein, wenn das Kind seine Bedürfnisse wie das Essen und Schlafen dauerhaft vernachlässigt, aggressiv wird oder sich nicht mehr um reale Freundschaften oder auch alte Hobbies kümmert“, sagt die Wege.

Sie betont aber auch die Ernsthaftigkeit des Themas und die Vorbildfunktion der Eltern.

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