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Heiligenhaus: Umweltbildung steht vor dem Nichts

Corona-Folgen : Umweltbildung – ein Fall für den Innendienst

Das Umweltbildungszentrum an der Abtsküche ist für Besucher geschlossen, zu tun gibt es für den Förster und sein Team aber trotzdem genug.

Im Rahmen der Eindämmung des Corona-Virus schließt auch das Umweltbildungszentrum seine Pforten für Besucher. Das bedeutet auch, dass das ausgebuchte Entdeckercamp in den Osterferien abgesagt werden musste: „Alle Teilnehmer bekommen ihren Teilnehmer-Beitrag erstattet“, betont der Chef des UBZ und Förster Hannes Johannsen.

„Das Sekretariat des UBZ arbeitet im Homeoffice. Wir bitten hier Verzögerungen zu entschuldigen, es müssen ja auch eigene Kinder unterrichtet und betreut werden.“ Ruhe kehrt beim UBZ-Team an der Abtskücher Straße 24 aber nicht ein: Die Mitarbeiter des Freiwilligen Ökologischen Jahres seien der Forstkolonne zugeordnet und im Forst, aber auch rund um das UBZ im Einsatz, erklärt der Förster. Der ebenfalls viel zu tun hat: „Wir erarbeiten gerade die Endplanung für die mobile Waldwerkstatt, also den Umbau eines Bauwagens in einen phantasievollen Holzanhänger zum späteren Einsatz an den Schulen.“ Dieser Wagen soll in Zukunft wechselweise an den Schulen stehen. Mitarbeiter des UBZ werden dann zusätzlich an den Schulen Angebote im Bereich der Umwelt und Naturbildung durchführen können. „Zudem gilt es, einen Kräutergarten anzulegen, der ein Baustein der neuen Kinderkräuterküche im UBZ ist. Diese wird Arbeitsplatz unserer neuen Kräuterpädagogin sein, mit der ebenfalls Konzepte für die Arbeit an und mit Schulen erstellt werden.“ Auch die Planungen für den Bürgerwald werden immer konkreter, die Werbung dafür läuft nun an. Erste Informationen dazu sind bereits auf der Webseite zu finden (Siehe Infobox). „Die Anlage dieses Waldes ist vielleicht gerade in Corona-Zeiten ein hoffnungsvoller Blick in unsere eigene und vor allem in die Zukunft unserer Kinder“, findet Johannsen. Doch werden die fehlenden Besucherzahlen und die damit einhergehenden Teilnehmerbeiträge, auch beim UBZ zu Buche schlagen. Denn um den Betrieb zu gewährleisten muss das Haus etwa 50.000 Euro im Jahr selbst einwerben. „Hier gilt es Lösungen zu finden. Die Gesundheit der Menschen geht in diesem Moment aber natürlich vor“, erklärt Johannsen. Es wird also nach vorne geschaut: „Mit einem in Homeoffice arbeitenden Praktikanten der UNI-Wuppertal entwerfen wir gerade zusammen neue Logos für die naturkundliche Sammlung, das erweiterte Waldmuseum, erstellen Urkunden für zukünftige Waldführungen und Kinderaktionen und entwerfen Flyer für den Bürgerwald.“ Bei der unglaublichen Besucherzahl von 11500 pro Jahr müsse nun das Materiallager wieder vorbereitet werden. Kennt ein Förster „Homeoffice“? „Mein ‚Homeoffice‘ ist zunächst der Wald selber. Da mein Forstbüro im geschlossenen UBZ ist und damit der Publikumsverkehr ausgeschlossen ist, lässt es sich hier noch gut nach den Vorgaben zur Eindämmung der Coronapandemie arbeiten. Homeoffice ist aber eigentlich in jedem Forsthaus üblich, schon vor 100 Jahren war dies so und ist auch für mich möglich.“