Heiligenhaus Umweltbildung Johannsen

Eine Woche Ferien im Umweltbildungszentrum : Kinder entdecken das schöne Leben im Camp

Die Tage rund um das Umweltbildungszentrum stehen von früh bis spät unter dem Motto „Selber machen“.

Passen Wasserfontänen und dicker, weißer Qualm zusammen? Kein Problem, wenn Kinder das Entdeckercamp am Umweltbildungszentrum beziehen. Denn Chef Hannes Johannsen und seine zehn Helfer im Team haben alles im Blick, was die 32 jungen Teilnehmer angeht.

Kein Wunder, dass in diesem Supersommer der eigene Pool ganz obenan steht. „Ist schnell gebaut, sowas“, erklärt Umweltpädagoge Johannsen. „Strohballen im Kreis, Plastikplane drüber, Wasser rein – fertig.“ Nebendran bewacht „Feuerknecht“ Simon das Feuer im Backhaus. Denn am Tag der Gruppenarbeit gestern gehörte Brot backen genauso zum Programm, wie andere kleine Ernteeinsätze auf dem Gelände des Umweltbildungszentrums an der Abtskücher Straße. Selber machen – das ist die gedachte Überschrift über allen Einzelprojekten: Die Kinder wollen Fußball spielen? Kein Problem. Aber erst bauen sie die Tore dafür selbst. Förster Johannsen bekommt seinen Lieblingstee übrigens im „Sonnenofen“ auf Trinktemperatur gebracht. Alufolie, ein Super-Sonnenplatz und ein wenig Gewusst wie gehören (außer Teebeuteln und Wasser) dazu. Und während die Gruppen auf dem Gelände unterwegs sind, kommt auch schon die eigene Müllabfuhr. Das Umweltteam, leicht erkennbar an Warnwesten, sorgt für Ordnung und Sauberkeit drinnen und draußen.

Und immer wieder geht es ums rein Handwerkliche. Der 15-jährige Jim – selbst schon Teilnehmer des ersten Entdeckercamps vor acht Jahren – gehört inzwischen zum Team. Chef Johannsen hat ganz nebenher ein Auge darauf, dass Arbeiten mit Beil und Holzklotz sicher ablaufen.

Es muss aber nicht immer Arbeit sein. Eine Waldrallye gehört zum Campleben wie das obligatorische Bauen eines Dammes am Bach. Zeit zum Schauen und Lernen bleibt auch. Johannsen hat eine sehr besondere Art Freilichtbühne geschaffen. Vom selbstgebauten Hochsitz aus können die Kinder Rehe beim Äsen beobachten. Direkt vor ihrer Nase sind eigens Bäume dafür angepflanzt worden. Fast food für Rotwild.

Junge Leute für das Team zu gewinnen ist Teil der Arbeit im UBZ. Der Verein Umweltbildung ist Träger des Hauses. „die Mitarbeit hier soll mehr sein als ein bezahlter Ferienjob“, sagt Vereins-Chef Heinz Peter Schreven. Man will den jungen Leuten eine Perspektive bieten. Vorausgesetzt, sie haben Interesse daran, „intensive Zeit mit der Natur zu verbringen“. Für die ganz jungen „Azubis“ wäre ein Freiwillges Ökologiisches Jahr eine solche Perspektive. Gern gesehen im Team sind auch Helfer wie Markus Hofer. Seine Kinder Ben und Paulina sind dabei, er kümmert sich um die Gruppe, die an Bienen-Hotels werkelt.

Die Entdeckercamps gibt es in den Oster-, Sommer- und Oktoberferien. Ein Angebot, das sich herumgesprochen hat: „Die Camps sind jedes Mal in Windeseile ausgebucht“, so Schrevens Erfahrung. Wohl nicht zuletzt deswegen, weil die Arbeit des Zentrums mit den Heiligenhauser Schulen übers ganze Jahr läuft.

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