Kant-Gymnasium in Heiligenhaus Geräuschexperiment mit Kaffeetasse und Löffel

Heiligenhaus · Das Immanuel-Kant-Gymnasium Heiligenhaus widmete einen Schultag ganz den Naturwissenschaften. Und die sind keinesfalls staubtrocken.

 Autor Aeneas Rooch demonstrierte interessante Phänomene, hier die Tonveränderung, wenn man mit einem Löffel in eine Tasse Capuccino klopft.

Autor Aeneas Rooch demonstrierte interessante Phänomene, hier die Tonveränderung, wenn man mit einem Löffel in eine Tasse Capuccino klopft.

Foto: Achim Blazy (abz)

„Der Physikunterricht ist sonst auch gut, aber das hier ist viel praktischer“, begeistert sich Isabelle aus der 8a. Der Donnerstag stand am Immanuel-Kant-Gymnisum ganz im Zeichen der Naturwissenschaften. Deshalb agierte auf der Bühne der Aula der Mathematiker und Physiker Aeneas Rooch.

Der Autor des Buches „Rubbel die Katz oder wie man Wasser biegt“ begeisterte mit unterhaltsamer Alltagsphysik für die intensivere Beschäftigung mit den Naturwissenschaften. „Warum klingt der Löffel in einer Tasse Kaffee um eine Oktave anders als in einer Tasse Cappuccino? Weil sich hier Schaum gebildet hat. Schaum ist fast nur Luft und die Luftbläschen verändern die Geschwindigkeit des Schalls.

Wie schnell ist denn Schallgeschwindigkeit?“, fragt der Wissenschaftsjournalist in die Runde und taucht mit den Schülern in die Vorgehenweise der Wissenschaft ein, um den Rätseln systematisch auf die Spur zu kommen. Bei der Frage, was der der Klimawandel mit der Versauerung der Ozeane zu tun hat, können die Schüler der Klassen fünf bis neun selbst Hand anlegen. Unterstützung gibt es durch die Oberstufenschüler des Chemie-Leistungskurs: „So können wir vielleicht den einen oder anderen Schüler nicht nur für die Naturwissenschaften begeistern, sondern vielleicht auch für den Lehrerberuf“, hofft augenzwinkernd Bianca Gunzer, die Chemie und Biologie unterrichtet.

Paula Prott aus der Q 1 führt mit Sechstklässlern die Experimente durch: „Das Kohlendioxid erzeugen wir, in dem wir in einer Plastikflasche Essig auf Backpulver träufeln.“ Über einem Strohhalm wird das klimaschädliche Gas in Behälter mit unterschiedlich temperiertem Wasser geleitet, vom Eiswasser über Zimmertemperatur bis zum erhitzen Wasser, die alle mit dem Indikator Bromthymolblau versehen sind. Die Verfärbung in Pipigelb beim kalten Wasser zeigt eine deutliche Versauerung an. „Das hat zur Folge, dass sich Kalktiere auflösen und dabei wiederum Kohlendioxid entsteht“, beschreibt die 16-jährige Tutorin die Folgen und erläutert den Zusammenhang zwischen der Versauerung der Ozeane für den Klimawandel und dem Nahrungskreislauf der Meeresbewohner.

„Das war cool“, kommentiert Anna (11) den Versuch, der ihre Klassenkameradin Nina darin bestärkt, dass sie was mit Chemie machen möchte: „Ein Freund hat einen Chemie-Baukasten, da habe ich schon einige Experimente gemacht.“ Ob das Studium von der Umwandlung von Stoffen tatsächlich was für sie ist, kann sie in ein paar Jahren in Vorkursen überprüfen, die von vielen Universitäten angeboten werden.

„Damit startet man ziemlich gut ins Studium“, ist Vanessa Fischer überzeugt. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Duisburg-Essen gibt in der Mensa des Immanuel-Kant-Gymnasiums praktische Tipps zum Einstieg ins Studium. Für Marc Zentek steht jetzt erst einmal das Abitur an, danach ist er überzeugt, dass er Informatik studieren wird: „Das ist so faszinierend, was man alles damit machen kann und wie sich das noch weiter entwickeln wird, gerade auch im Energiesektor“, sagt der 18-Jährige, den ältere Freunde darin bekräftigen, sich diesem Studium zu widmen.

Bei seinem Vortrag über Drogen macht Hellmut Mahler, Sachverständiger für Betäubungsmitteluntersuchungen und Toxikologie am Kriminalwissenschaftlichen Institut des Landeskriminalamtes keinen Hehl daraus, dass er wie die Mehrheit seiner Kollegen gegen eine Legalisierung von Cannabis ist: „Das sehen wir nicht mehr als weiche Droge an. Der Wirkstoffgehalt hat sich im Vergleich zu den 70-ziger Jahren um den Faktor zehn verändert.“ Dazu stellt der Drogenexperte die Zusammenhänge zwischen dem Cannabis-Rauschstoff THC und Opiaten her.