Heiligenhaus sucht nach Energieeinsparungen

Heiligenhaus : Stadt prüft Energiespar-Potentiale

Mit dem Einbau neuer Heizungen wie beispielsweise an der Gesamtschule könnte der Energieverbrauch reduziert werden.

Eine erste Energie- und Klimabilanz von 30 städtischen Gebäuden schauten sich die Mitglieder des Immobilienausschusses am Mittwoch genauer an. Dr. Jens Matics, Leiter des Bereichs Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken Heiligenhaus, präsentierte erste Datengrundlagen, die mit Blick auf nationale und internationale Energie- und Klimaziele im Rahmen der Energiewende nun auch in Heiligenhaus in vielen Bereichen auf die Tagesordnungslisten rücken.

Die gute Nachricht: Grundsätzlich ist der CO2-Verbrauch der städtischen Gebäude im Vergleich zum Referenzjahr 2010 um etwa 9 Prozent gesunken. So wurde im Jahr 2018 etwa 17 Prozent weniger Erdgas verbraucht, als 2010: „Weil es schlichtweg wärmer geworden ist“, erklärte der Experte. Demgegenüber steht allerdings der Stromverbrauch, der höher liegt als im Vergleichsjahr. Das sei jedoch ganz normal, denn es würden grundsätzlich deutlich mehr elektronische Geräte genutzt. Der Stromverbrauch werde wohl auch noch weiter steigen, kündigt der erste Beigeordnete Björn Kerkmann an: „Die Investition in den Digitalpakt Schule beispielsweise, ist auch eine Investition in den Stromverbrauch.“

Im Immobilienausschuss machten sich die Experten nun auf die Suche nach Einsparpotential. Das sieht man vor allem in der Modernisierung der Heizungsanlagen. Sämtliche städtischen Anlagen wurde in einem Ampelsystem bewertet: Rot steht dabei für Anlagen über 20 Jahre alt, gelb für Anlagen ab 10 Jahre und grün – und damit die erstrebenswerten Ziele –: Anlagen, die maximal 10 Jahre alt sind. Insgesamt vier Anlagen sind dabei ausgemacht worden, die kurzfristig ausgetauscht werden sollen. Zu ihnen gehört die Heizanlage der Gesamtschule. Mit dem Einbau neuer Technik könnten hier in 20 Jahren 150.000 Euro und insgesamt 7907 Tonnen CO2 eingespart werden.

Anlagen wie diese könnten über das sogenannte Contracting finanziert werden: Die Stadtwerke sorgen für Einbau und Wartung der energieeffizienten Anlagen und die Stadt pachtet sie. Eine Möglichkeit, die übrigens auch für Privathaushalte möglich ist. Als Anschauungsbeispiel schaute sich Matics auch die Beleuchtung der Karl-Heinz-Klein-Halle an: Auch hier stecke Einsparpotential. „Die Beleuchtung hat oft einen hohen Anteil von bis zu 50 Prozent an den Stromkosten“, so Matics. Jedoch müsste hier zuerst das Dach saniert werden. Das könnte Kosten von 40.000 bis 70.000 Euro mit sich bringen. Gabriele Jäger, Leiterin des Immobilienservices jedoch erklärte, dass die Beleuchtung noch auf einem guten Level und in den nächsten vier Jahre hier nicht mit einem großflächigen Ausfall zu rechnen sei.

Wo sonst noch Einsparpotential herrscht, möchte die Stadtverwaltung mit externer Beratung herausfinden. Sie bewarb sich im Frühling dieses Jahres beim Umweltbundesministerium um Fördermittel zur „Fokusberatung Klimaschutz“. Gerade für Kommunen, die am Anfang ihrer Klimaschutzaktivitäten stehen, ist das interessant, da sie hier Beratung zu kurzfristig umsetzbaren Aktivitäten und Empfehlungen für langfristige Energie- und Klimaschutzkonzepte erhalten können.