Heiligenhaus: St. Josef feiert und blickt zurück

Caitas-Geschichte : St. Josef feiert und blickt zurück

Zehn Jahre Caritas-Seniorenzentrum an der Rheinlandstraße – dort freut man sich auf viele Gäste

(RP/köh) Es ist ein besonderes Fest, das die Mitarbeiter im Seniorenzentrum St. Josef an der Rheinlandstraße vorab in Atem hält: Am 19, Oktober feiert man dort den zehnten Geburtstag der Caritas-Einrichtung.

Das Team vom Seniorenzentrum hat hierzu ein kunterbuntes Programm vorbereitet. Mitarbeitende aus allen Bereichen des Hauses von der Küche bis zur Leitung haben gemeinsam ein umfangreiches Programm zum Jubiläum auf die Beine gestellt. Eröffnet wird der Tag mit einer Kurzandacht von Pfarrer Nuzer und einem kurzen Grußwort von Einrichtungsleiter Roland Spazier. Für alle Interessierten stehen Führungen durch das Haus auf dem Programm und natürlich nehmen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne Zeit für die Fragen der Besucher.

Das Fest zum bietet aber noch mehr: Im Innenhof wird der Grill angeworfen und es gibt dazu leckere Salate, aber auch Kaffee, Kuchen gespendet von den Bäckereien Sikora und Döbbe und ein Eiswagen von „Mika‘s“ aus Kettwig, sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.

Das Caritas-Seniorenzentrum versteht sich nach diesen zehn Jahren am Standort an der Rheinlandstraße aber auch als fester Bestandteil des Lebens in der Heiligenhauser Innenstadt, die für die Bewohner gut zu erreichen ist. Das Zentrum ist zudem gut vernetzt mit weiteren Einrichtungen und blickt nicht ohne Stolz auf eine rege ehrenamtliche Unterstützung. Im Haus stehen insgesamt 87 Plätze, verteilt auf drei Wohnbereiche, zur Verfügung. Besonders stolz ist man auf die eigene Küche, die in Abstimmung mit den Bewohnern täglich zwei frisch zubereitete Menüs anbietet.

Hinter dem Neubauplan steckte ursprünglich auch die sehr besondere Geschichte der Heiligenhauser Caritas-Gesellschaft. Am 12. August 1906 hatte Pfarrer Joseph Pauen zur Vereinsgründung eingeladen (Heiligenhaus zählte damals 6811 Einwohner). Dieser Einladung folgten damals 18 Mitglieder der kath. Pfarrgemeinde St. Suitbertus. Die Liste der Gründungsmitglieder liest sich wie ein Verzeichnis des Heiligenhauser Uradels. Ziel des neuen Vereins war die Schaffung einer ambulanten Krankenpflege, eine Bewahrschule für kleine Kinder, einer Handarbeits- und Haushaltungsschule für große Mädchen sowie die Fürsorge für alte Leute und verwahrloste und verwaiste Kinder. Es waren hochgesteckte Ziele, von denen sich nur ein Teil verwirklichen ließ.

Das erste Haus wurde am 2.Juni 1907 in der Kirchhofstraße eröffnet (etwa dort, wo bis vor Kurzem das Pförtnerhäuschen der Tempergießerei Hitzbleck stand). Im Jahr 1909 konnte dann an der Hauptstraße 152/154 (gegenüber dem heutigen Rathaus- Center) ein deutlich größeres Haus gekauft werden. Nach einigen Umbauten zog man dann 1910 dort ein und blieb dort – im Klösterchen – 55 Jahre. Dieses Haus wurde schon 1912/13 baulich erweitert.

In Kriegszeiten wurde das Haus zum Militärlazarett in der Nachkriegszeit dann zur Armenküche. In der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg beschränkten sich die Aufgaben der Gesellschaft auf das Altenheim, das Leichtkrankenhaus und den Kindergarten im rückwärtigen Garten des Klösterchens (ca.40 Kinder täglich). Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde die Küche vom Erdgeschoss in den Keller verlagert, damit im Erdgeschoss ein Operationssaal eingebaut werden konnte.

Anfang der 60er Jahre befand sich das „Klösterchen“ in einem erschreckenden Zustand. Nach langen Überlegungen (Umbau in Belegkrankenhaus, Neubau an gleicher Stelle) entschied man sich zum Neubau an anderer Stelle, an der Lindenstraße 7. Hier konnte 1965 das neue „Josefshaus“ eingeweiht werden.

1970 baute die Caritasgesellschaft die ersten sechs Altenwohnungen der Stadt Heiligenhaus, als Anbau zum Altenheim. Am 01. April 1971 zogen die Mieter am Nordring 11 ein. 1987 wurde das Altenheim St. Josef um einen angebauten Neubau erweitert. Man hatte jetzt Platz für 64 Bewohner. Nach über 40 Jahren in Betrieb entsprach das Altenheim nicht mehr den aktuellen Anforderungen an eine moderne stationäre Pflege. Außerdem standen erhebliche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an. So wurde der Beschluss gefasst, auf der „grünen Wiese“ (die ein städtischer Parkplatz war) innenstadtnah eine neue Einrichtung zu bauen.

Mehr von RP ONLINE