Heiligenhaus: Spendenscheck für Asamoah-Stiftung

Schulprojekt : Spendenscheck für Asamoah-Stiftung

Heiligenhauser Gesamtschüler bekamen bei ihrem jüngsten Wohlfahrtslauf eine Rekordsumme zusammen.

Schulhof-Kontakte können weite Kreise ziehen - und ungeahnte Wirkung entfalten. Davon kann Gerald Asamoah, Ex-Fußball-Nationalspieler und Ex-Schalke-Profi, seine eigene Geschichte erzählen. „Ich war mit der Familie aus Hösel nach Heiligenhaus gekommen, zum Tag der offenen Tür an der Gesamtschule.“ Eigentlich ging es um das Interesse seines Sohnes, dort zur Schule zu gehen. Im Gespräch mit Schulleiterin Carmen Tiemann entwickelte sich aber ein ganz anderes Thema, was indirekt auf den Fußball-Enthusiasmus beider Gesprächspartner zurückzuführen war. Für ihren Teil beschreibt Tiemann das mit leichtem Insider-Augenzwinkern so: „Ich bin Essenerin und fußballbegeistert. Da ist es beim Thema Schalke zwar etwas schwierig, aber das tat der Sache keinen Abbruch.“

Die Sache – das war und ist ein gemeinsames Vorhaben, dessen erster Teil inzwischen abgeschlossen ist. Drei Tage nach den Sommerferien starteten die Gesamtschüler ihren bisher erfolgreichsten Sponsorenlauf. Die Hälfte des Gesamterlöses, 9000 Euro, gingen nun, zunächst per symbolischem Scheck, an die Asamoah-Stiftung für die Behandlung herzkranker Kinder. Die Schülervertretung hatte Tiemanns Idee gern aufgenommen als es darum ging, Spendenempfänger auszuwählen. Leonie Hartmann und Frieda Stein vertraten die Schüler bei der Scheckübergabe. Zusammen mit Sportlehrer Chris Hohmann gehen die Überlegungen längst weiter. es soll einen zweiten Lauf für die Asamoah-Stiftung geben. Die andere Hälfte der Sponsorengelder fließt in ein Sportevent, das ebenfalls schon terminiert ist. Im Juni kommenden Jahres wird es einen extern organisierten Sporttag geben, „wie es ihn in der Region noch nicht gab“, sagt Tiemann. Ein großes Ziel: „Teamfähigkeit stärken.“ Teamarbeit, das ist auch das angesagte Vorgehen in Gerald Asamoahs Stiftung. Beiräte, Vorstand und Management kümmern sich darum, herzkranke Kinder von Afrika aus nach Deutschland einzufliegen und von Spezialisten operieren zu lassen. Asamoah verfolgt daneben aber auch ein langfristiges Ziel: „Mit einem mobilen Hospital wäre es möglich, die Kinder in ihren Heimatländern zu versorgen“, sagt er. Das würde einerseits die Kosten für Operationen – in Einzelfällen bis 60.000 Euro – senken. Andererseits aber wäre ein solches mobiles Herzzentrum eine Millioneninvestition.

Mit seiner Stiftung geht es dem Ex-Profi allerdings um weit mehr als nur Geldbeschaffung. „Wenn möglich, setze ich mich zu jedem Kind ans Krankenbett“, sagt er. Die erste Patientin, die vor Jahren operiert wurde, gehöre inzwischen „quasi zur Familie“.

Asamoahs Engagement ist in eigenem Erleben begründet: „Ich bin vor 20 Jahren bei einem Zweitligaspiel mit einem Schwächeanfall zusammengebrochen. Ein Herzfehler wurde diagnostiziert, ich durfte monatelang nicht spielen.“ Ihm selbst half damals ein Herzspezialist in den USA. Er konnte seine Karriere fortsetzen. „Damals habe ich mir gesagt: Wenn es so gut für mich kommt, dann möchte ich von diesem Glück etwas weitergeben.“