Heiligenhaus : Am Feierabend die Landschaft schützen

Die Diplom-Biologin Silke Thus ist ehrenamtlich im Auftrag des Kreises im Heilgenhauser Norden unterwegs.

Naturschutz kann furchtbar einfach sein. „Gerade jetzt, zur beginnenden Brut- und Setzzeit, sind die Tiere auf Ruhe in ihren Revieren angewiesen“, weiß Silke Thus. Sie ist seit 14 Jahren ehrenamtliche Naturschutzwächterin für Heiligenhaus-Nord. In diesen Tagen wirbt sie vor allem bei Hundebesitzern darum, ihre Tiere anzuleinen. Was in Naturschutzgebieten eh Pflicht sei, wie im Vogelsangbachtal.

Aber allein mit ihrem offiziellen, vom Landrat unterschriebenen Dienstausweis, kommt die ehrenamtliche Helferin nicht immer weit. „Es kommt schon vor, dass ich mir Geschimpfe anhören muss, auch auf einfache freundliche Hinweise hin“, das ist ihre langjährige Erfahrung. Trotzdem liebt sie ihr Revier, den Heiligenhauser Norden mit seinen Gemarkungen. Und wie reagiert sie darauf? „Ich habe keine Möglichkeiten, etwas zu sanktionieren. Überzeugen, erklären, bitten, das geht natürlich. Ich selbst liebe Tiere. Aber ein Stück Einsicht muss sein, das darf man wohl erwarten.“ Und sie wirbt speziell bei Hundebesitzern für einen Flyer, wie er auf der Homepage der Stadt Heiligenhaus zu finden ist. Hier sind Rechte und Pflichten in Zusammenhang mit Hundehaltung detailliert aufgeführt.

Es geht ihr auch gar nicht um „law and order“ um jeden Preis. „Aber irgendwie fühle ich mich schon gelegentlich als Buhmann.“

Zu ihren jüngsten Erfahrungen gehört auch ein weiterer, unerfreulicher Umstand: „Radler treten mir gegenüber häufig aggressiv auf.“ Für Silke Thus völlig unverständlich, dass Uneinsichtige speziell da auf Zweirädern da unterwegs sind, wo sie nichts verloren haben. „Es gibt genügend wirklich gut geeignete Wege, wo problemlos gefahren werden kann.“ Genau so gibt es aber die schönen Seiten des Ehrenamts für sie. Hauptberuflich arbeitet sie als Wasserexpertin im Gewässerzentrum des Landes in Duisburg. „Ich habe auch schon ein junges Joggerpaar im Wald getroffen. Beide sammelten, sozusagen im Laufschritt, Müll vom Streckenrand auf und schafften ihn weg.“ Kein Verständnis hat Thus für Mitmenschen, die ihren Grünschnitt einfach in die Landschaft abkippen. „Dafür haben wir schließlich die Grünannahmestelle an der Friedhofsallee es kann kaum zuviel verlangt sein, seine Kofferraumladung dort zu entsorgen.“ Aber ihre Naturschutz-realität am Feierabend sieht eben gelegentlich anders aus.

Thus folgt seit 14 Jahren ihrer eigenen Idee: „Ich habe mir die Landschaft hier erwandert und möchte ihre Schönheit für alle erhalten.“ Mitstreiter hat sie bei den Naturschutzvereinen Nabu und Bund, auch Jäger sind für sie Kontaktleute, sie selbst hat auch einen Jagdschein. Das Umweltbildungszentrum ist für sei eine weitere Anlaufstelle. Und ganz nebenbei ist Silke Thus auch Tierheilpraktikerin. Natur und Naturschutz ist eben ihre Passion.

Mehr von RP ONLINE