Heiligenhaus. Schulsozialarbeiter packen Schultüten

Heiligenhaus : Neue Ideen für die neuen I-Dötze

Schulsozialarbeiterinnen bringen Projekt für fix und fertig gepackte Schultüten an den Start. Spender gesucht.

Ungewöhnlicher Anblick, zumal am Ende des Schuljahres: Auf dem Tisch im Besprechungsraum der Schulsozialarbeiterinnen Stephanie Dellit und Lea Kuhlmann steht ein Kegel quietschbunter Schultüten. Das ist hübsch dekorativ. Und einen besonderen Zweck hat es auch.

Dellit brachte die Idee auf den Tisch, die sie ihrerseits einer Freundin verdankt. Sie berichtete von einer Wunschaktion in einer Firma. Es ging um Schultüten für I-Dötze, um Spenden und damit um einen rundum gelungenen Schulstart für Kinder aus weniger begüterten Verhältnissen. „Das Verfahren bei uns ist so ähnlich, wie bei der seit Jahren eingeführten Wunschbaum-Aktion in der Adventszeit“, erklärt Dellit. Gemeinsam mit ihrer Kollegin machte sie sich auf in die Kindertagesstätten der Stadt. Dort verteilten sie einen speziellen Wunschzettel. „Die Erzieherinnen wissen am ehesten, welche Kinder Hilfe benötigen könnten.“ Diese Kinder bekommen dann einen speziellen Wunschzettel mit nach Hause. Die Zettel gehen zurück ins Büro der Schulsozialarbeiterinnen. Und hier können sich Spender einen oder mehrere dieser Wunschzettel abholen und die Wünsche wahr machen. „Die Nachnamen der Kinder bleiben ungenannt, aber die Vornamen gehen an die Spender, falls sie eine persönliche Nachricht zur Schultüte schreiben wollen“, sagt Dellit weiter. Sie rechnet mit rund zwei Dutzend Rückmeldungen. Wer sich als Spender beteiligen möchte, kann sich im Büro in der Oberilp melden (siehe Infokasten). Vorzugsweise schon bis zum Beginn der Sommerferien. Es können sich Privatleute beteiligen, aber auch Firmen, Unternehmen, Vereine und Organisationen dürfen sich angesprochen fühlen. Das Schultütenprojekt ergänzt eine weitere Idee, die von der Oberilp aus seit Jahren läuft: Zu Schuljahrsbeginn werden Schulrucksäcke zur Verfügung gestellt. Das funktioniert nach gleichem Muster wie die Schultüten-Idee: die Kitas melden Bedarf.

Dellit und Kuhlmann geht es darum, „niederschwellige Angebote zu machen“, wie sie sagen. Das heißt, Eltern bedürftiger Kinder sollen sich nicht als Bittsteller fühlen. Und Schulaustattung kann durchaus ins Geld gehen. Die Sozialarbeiterinnen springen bei Bedarf auch mit benötigtem Material ein, wenn sich zu Schuljahrsbeginn bei Kindern noch Ausstattungsbedarf zeigt.

Den Rahmen für die Arbeit der Schulsozialarbeiterinnen bildet das Bildungs- und Teilhabegesetz. Dafür ist das Duo von der Oberilp aus rund 90 Wochenstunden in den Grundschulen der Stadt unterwegs.Eine dritte Stelle soll in Kürze hinzukommen.

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