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Heiligenhaus: Quarantäne für 101 Kita-Kinder

Im Heiligenhauser „Steppkeshaus“ : Quarantäne für 101 Kita-Kinder

In der Kita gab es zwei positive Tests auf das Covid-19-Virus. Die Quarantäne ist verkürzt auf die Zeit bis kommenden Mittwoch. Für die übrigen Kinder ist eine Notgruppe im „Steppkeshaus“ eingerichtet.

Corona – es gibt einen neuen Fall mit entsprechenden Konsequenzen. Das teilte die Stadt Heiligenhaus am Freitag Vormittag mit. Zu diesem Zeitpunkt war das „Steppkeshaus“ an der Ludgerusstraße bereits geschlossen, wie es dort auf Anfrage hieß. Das Vorgehen: „In enger Abstimmung mit der Stadt Heiligenhaus wurde auf Veranlassung des Kreisgesundheitsamtes die Quarantäne für 101 der insgesamt 117 dort betreuten Kinder angeordnet.“

Kreis-Sprecherin Daniela Hitzemann ordnet das Geschehen auf Anfrage so ein: „Im ganzen Kreis Mettmann sind Reihentests an Schulen und Kitas beinahe das tägliche Brot des Kreisgesundheitsamtes.“ Dass allerdings gleich über 100 Kinder in Quarantäne geschickt werden, sei eher die Ausnahme. Die vorläufige Bilanz bisheriger Ergebnisse: „Zum Glück ergaben Reihentests immer nur Einzelfälle von Erkankungen, bisher gab es keinen Corona-Massenausbruch.“

Im Fall Steppkeshaus sah das gestern so aus. „Die Erzieherinnen haben alle ihre Testergebnisse. Alle sind negativ. Die Testergebnisse für die Kinder kommen am Wochenende“, sagte Stadt-Dezernent Thomas Langmesser, der auch für das Jugendamt zuständig ist.

Üblicherweise werden in Schulen und Kitas die Personen aus dem nächsten Umkreis getestet. Das können, so Hitzemann, Kita-Gruppen sein oder Sitznachbarn im Klassenzimmer. Oder Schulklassen. Eine Erklärung für die vergleichsweise hohe Zahl an Kindern, die in diesem Fall in Quarantäne müssen, hat die Kreis-Sprecherin auf Anhieb nicht, möchte es auch nicht bewerten. Nur so viel: „Möglicherweise wird dort mit einem eher offenen Konzept gearbeitet.“

Langmesser erläutert das Ausmaß der Quarantäne-Anordnung so: „Es läuft wieder Regelbetrieb ohne Einschränkungen und Vorgaben. Das heißt, im Steppkeshaus bleiben die meisten Kinder wieder auch über die Mittagszeit.“ Schon rein gebäudetechnisch seien engere Separierungen daher nicht möglich. Zudem gebe es an der Ludgerusstraße tatsächlich das offene Konzept, demzufolge Kinder Gruppen frei wechseln können. „Und es ist in der Praxis unmöglich, Kita-Kinder zum Einhalten von Mindestabständen zu verdonnern“, so Langmesser. Die Quarantäne ist verkürzt auf die Zeit bis einschließlich kommenden Mittwoch. Es habe sich nachweisen lassen, dass die erkrankten Kinder zuletzt am 9. September in der Einrichtung waren.

Das Steppkeshaus ist ein zertifizierter „Bewegungskindergarten“. Die Gruppen- und Bewegungsräume waren stunden- oder tageweise aufgeteilt, das Außengelände in sechs Spielzonen. Dafür hatten Leiterin Sabine Eidner und ihr Team bereits Anfang Juni gesorgt, als der Betrieb nach langer Pause wieder hochgefahren wurde (unsere Redaktion berichtete).

Das Jugendamt hat inzwischen zusammen mit dem Ordnungsamt alle betroffenen Eltern sowie die insgesamt 15 beschäftigten Mitarbeiter telefonisch informiert und die Ordnungsverfügungen bereits am Mittwoch und Donnerstag per Stadtwacht zugestellt, heißt es weiter aus dem Rathaus.

Am Freitag wurden die Kinder in Gruppen getestet. Parallel dazu wird eine Lösung für die übrigen Kinder gesucht. Unter Hochdruck fand das Jugendamt für die nicht betroffenen und nicht unter Quarantäne stehenden Kinder ab kommendem Montag eine Lösung. Langmesser. „Diese Notgruppe steht. Sie ist während der Quarantänezeit im Steppkeshaus eingerichtet.“