Heiligenhaus: Projektmesse der Schlüsselregion

Heiligenhaus : Ein Tag der Hilfe nimmt Gestalt an

Für 17. Mai lädt die Schlüsselregion zum Aktionstag ein. 56 von 108 Projekten haben bereits einen Partner aus der Wirtschaft gefunden.

Im ehemaligen Heizungskeller des Umweltbildungszentrums an der Abtskücher Straße soll ein Allwetterlabor mit Sitzmöglichkeiten für Schulklassen und Umweltgruppen entstehen. Gleich nebenan braucht der Gruppenraum des Lebenshilfe-Wohnheims einen neuen Anstrich. Währenddessen sollen die Gesamtschüler lernen, wie gefährlich der ‚Tote Winkel‘ eines Lkw wirklich ist und an der Grundschule Isenbügel müssen die Schulhofwände und der Schulteich auf Vordermann gebracht werden.

Das sind nur ein paar von insgesamt 108 Projekten aus 53 niederbergischen Einrichtungen, die im Rahmen des Aktionstages der Schlüsselregion, Hilfe von Unternehmen aus der Region brauchen. Dabei geht es vor allem um Tatkraft und Zeit. Und so stellen Unternehmen beim nun schon dritten Aktionstag, am Freitag, 17. Mai, Mitarbeiter für die Unterstützung solcher Projekte frei. Am Donnerstag lernten sich Einrichtungen und Unternehmen bei der Projektmesse in der Sporthalle des Immanuel-Kant-Gymnasiums kennen. Mehr als 45 Unternehmen hatten sich angemeldet.

„Es sind sogar mehr gekommen“, freut sich Organisatorin Alessa Kutscha vom Verein Schlüsselregion über den außergewöhnlichen Ort für Begegnungen zwischen der Wirtschaft und sozialen Einrichtungen. 56 Projekte haben dabei bereits einen Kooperationspartner gefunden. „Es ist toll, wie viel Mühe sich die Einrichtungen bei der Gestaltung ihrer Messestände geben.“ Der Verein für Menschen mit Behinderungen, ProMobil, hat kurzerhand die Kräuter, die für die Wohngemeinschaft am Kostenberg zur Kräuterspirale im Garten werden sollen, schon mal als Dekoration mitgebracht. Und konnte damit die Velberter Firma CES und den Heiligenhauser Gartenlandschaftsbauer Markus van Dyk anlocken: Bei CES werden in diesem Jahr die Mitarbeiter der Marketing-Abteilung mit anpacken, wie Daphne Messerschmidt und Sylvia Lambach erzählen. „Da können wir mal richtig was mit den Händen machen, wo wir doch sonst viel am Schreibtisch sitzen“, sagt das Duo. „Mich überrascht angesichts der Vielzahl an vorgestellten Projekten, wie viel Bedarf an Unterstützung herrscht“, so Lambach. Projekte, deren Umsetzung aus eigenen Mitteln eher schwierig werden.

Trotzdem findet nicht jedes der 108 Projekte einen Kooperationspartner. Waren beim ersten Aktionstag der Schlüsselregion im Jahr 2015 noch 80 Unternehmen mit von der Partie, hat sich die Zahl der teilnehmenden Unternehmen stark verringert. „Jede Einrichtung kann bis zu drei Projekte einreichen, wir werden im Nachgang zumindest versuchen, dass jede Einrichtung wenigstens ein Projekt realisieren kann“, so Organisatorin Kutscha.

Die evangelische Kirchengemeinde in Heiligenhaus sucht noch gartenerfahrene Helfer, um aus den 60 Quadratmetern Rasen am Haus der Kirche ein Paradies für Bienen in Form einer Wildwiese zu errichten. Für den Messestand hatte Jugendleiterin Silke Eisenblätter mit den Kindern der Gemeinde gebastelt und die Kinder als Bienen verkleidet durch die Halle geschickt. Sie findet: „Beim Aktionstag können die Kinder lernen, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist und die Mitarbeiter lernen auch viel.“ Einig sind sich die Teilnehmer darin, dass der Aktionstag neue Perspektiven eröffnet.

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