Heiligenhaus: Premiere für Kunstprojekt im Stadtmarkerting

Idee des Stadtmarketings : Junge Künstler heimsen Preise ein

Stadtmarketing und Jugendrat küren die Sieger ihrer Wettbewerbspremiere. Im Club sind die Werke zu sehen.

Kunst ist immer eine Frage der Perspektive. Aus 19 ganz eigenen Ansichten haben sich in den letzten Monaten ebenso viele junge Menschen mit dem Thema „Natur und Umwelt“ auseinander gesetzt – und ihre Gedanken dazu in vielfältigen künstlerischen Herangehensweisen umgesetzt. Der Jugendrat und der Stadtmarketing-Arbeitskreis „Kultur und Gesellschaft“ hatten den ersten Jugendkulturpreis ausgerufen.

Und schon hier werden die unterschiedlichen Perspektiven klar: Während Arbeitskreis-Sprecherin Ruth Ortlinghaus auf mehr Teilnehmer gehofft hatte, freuten sich die Mitglieder des Jugendrates über die Zahl: Es sei heutzutage schwierig, junge Menschen für so eine Aktion zu begeistern, weiß Jugendrätin Joleen Schöneberg. Die jungen Nachwuchspolitiker haben für ihr Projekt geworben: „Ich habe das Plakat und die Aktion meiner Klasse präsentiert“, erzählt Jugendrat Simon Huck. Er ist auch gleich selbst auf den Geschmack gekommen und hat, genau wie sein Bruder, ebenfalls teilgenommen und das vielversprechend – er folgte in der Altersklasse der zehn- bis 14-Jährigen dem Erstplatzierten Ayhan Kelech auf dem zweiten Preis. Joleen Hermann komplettiert das Treppchen auf dem dritten Platz. Eine unabhängige Expertenjury aus den beiden erfahrenen Künstlern Doris Halfmann und Andreas Liesner hat die Einsendungen dann fachlich bewertet. Nicht entscheiden konnte sich das Jury-Duo allerdings für den ersten Platz der zweiten Altersklassen der 15 bis 19-jährigen. Hier teilen sich Sophie Gehrmann und Lea Remy den ersten Platz, beide hatten Skulpturen eingereicht. So zeigt beispielsweise Gehrmanns Werk, beinahe schaukastenartig, gleich zwei Perspektiven: Die Tag- und die Nachtsicht. Auf dem dritten Platz folgt Kosma Babiarz. Die ersten Plätze wurden mit 150 Euro prämiert, die zweiten mit 100 Euro und die dritten Plätze mit 50 Euro, jeweils aus dem Budget des Stadtmarketings. Viele der Teilnehmer kommen von der Unesco Realschule, bei der achten Klasse schloss der Wettbewerb direkt an eine Kunstunterrichts-Einheit zu dem Thema an. Bei der Preisverleihung und Vernissage wurden aber nicht nur die herausragendsten Werke prämiert, sondern alle Teilnehmer sind mit einem Taschengeld entlohnt worden, wie sich Ruth Ortlinghaus freute: „Ein Freund von mir hat in Gedenken an seine verstorbene Frau, eine engagierte Lehrerin, der die Vermittlung von Kunst sehr wichtig war, für jeden Teilnehmer ein Taschengeld von 20 Euro zur Verfügung gestellt.“

Im Vorfeld kursierte sowohl im Rathaus, als auch beim Jugendrat die Idee zu einem Kunstwettbewerb. Kurzerhand übernahm das Stadtmarketing das Projekt und arbeitete mit dem Jugendrat zusammen, der es seinerseits vom Vorgänger-Gremium übernommen hat. Zukünftig will der Jugendrat präsenter werden, zum Beispiel bei Festen. Ob es eine Wiederholung des Jugendkulturpreises gibt, ist noch nicht klar. „Vorstellbar wäre vielleicht auch ein Poetry Slam“, sagt Ortlinghaus. Ob also Bildende Kunst oder Wortschlacht: Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen darf gerne ausgebaut werden und auf Augenhöhe rücken. So lag die Gestaltung der Ausstellung der Jungen Kunst im Club-Foyer bereits in der Verantwortung des Jugendrates. Ein Besuch dort lohnt sich..

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