Heiligenhaus: Pläne für Altes Pastorat ohne Gruppe "Kunstquadrat"

Mitten in Heiligenhaus: Raum für viele bunte Ideen gesucht

Die Stadt hat das Alte Pastorat an die Thormählen-Stiftung verkauft. Abschied nehmen heißt es nach knapp fünf Jahren dort für die Gruppe „Kunstquadrat“. Sie hat mit Ausstellungen und Events dort für Aufsehen gesorgt. Was für die Künstler folgt, ist offen.

Armin Schmidt, gemeinsam mit Thomas Pischke Organisator der offenen Gruppe „Kunstquadrat“, ist kein Mann für in Stein gemeißelte Manifeste. Aber wenn es darum geht, Ideen für moderne Kunst öffentlich zu machen, hält er damit nicht hinterm Berg. Einen aktuellen Anlass hat er dazu. Nach knapp fünf Jahren wird die Gruppe am 4. April das Alte Pastorat an der Hauptstraße „besenrein“, wie Schmidt sagt, an den neuen Besitzer, die Thormählen-Stiftung übergeben. Damit endet eine Zeit, in der der Bau an der Hauptstraße in zentraler Lage Anlaufstelle für die Künstler war. Und nicht nur für sie. Zahlreiche Besucher kamen zu Gucken, Schüler fanden hier Raum für Kunstprojekte.

Das Haus, vormals im Besitz der Stadt und dem „Kunstquadrat“ zu diversen Nutzungen überlassen, steht also nicht mehr zur Verfügung. Was nun? Schmidt formuliert es so: „Wir sind in einer Zeit der Rückbesinnung auf unsere Anfänge. wir sind gestartet mit Ideen für street art – und haben versucht, die auch mit dem Alten Pastorat zu verbinden. Ein öffentliches Gebäude gehört eben der ganzen Gemeinde. Wir verstehen uns in erster Linie nicht als Gruppe, die Ausstellungen organisiert.“ Folglich werde man ab Anfang April ohne festes Haus – und nach wie vor ohne Budget – weitermachen. „Wichtigste Anlaufstelle ist das Internet“, sagt Schmidt. Man sei und bleibe eine nicht-kommerziell arbeitende Gemeinschaft. Und auch das Ziel bleibt gleich: „Wir wollen Bildende Kunst immer wieder in den Fokus rücken.“ Dem Verlust der zentralen Anlaufstelle gewinnt Schmidt sogar Positives ab: „Es bleibt Zeit, das Netzwerk zu stärken.“ Ideen für ein weiteres Großvorhaben sind zwar schon da, doch Schmidt möchte da vorläufig noch nicht vorpreschen.

Im Terminkalender steht aber wohl schon der nächste Kunstmarkt der Gruppe, der aus der Zusammenarbeit mit dem Museum Abtsküche erwachsen ist und sich etabliert hat.

Fest steht auch: Am letzten März-Wochenende steht eine letzte“Kunstquadrat“-Aktion an. Sie trägt den eher militant anmutenden Titel „Bomb the House“:

Dahinter verbirgt sich aber nach Schmidts Worten nichts Martialisches. Sondern Thomas Pischkes Idee, noch einmal die Graffiti-Sprayerszene der Region dort zu versammeln, wo die markantesten Werke im Alten Pastorat entstanden sind.

Die Aktion sei im Übrigen mit der Thormählen-Stiftung abgesprochen.

Mehr von RP ONLINE