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Heiligenhaus: Perspektiven der Stadtbücherei

Heiligenhaus: Perspektiven für Leser und Zuhörer : Stadtbücherei plant einmal mehr um

Es geht um Geld und es geht um ein Stück Zukunft: Vom 1. August diesen Jahres an sollen die Jahres-und Tagesgebühren der Stadtbücherei für zwei Jahre ausgesetzt werden. Das kostet die Stadt gut 12.000 Euro jährlich.

Lesen dient der Entspannung, fördert die Konzentration, schult Wissen, kognitive Fähigkeiten und Empathie, aber vor allem: Lesen macht einfach Spaß. Nicht zuletzt in Zeiten von Kontaktbeschränkungen durch eine Pandemielage sei das Lesen von Büchern eine wichtige und zu fördernde (Freizeit-)Beschäftigung, findet die Heiligenhauser Fraktion der Grünen und beantragte deswegen in den Haushaltsberatungen die bisher erhobenen Jahresgebühren für die Nutzung der Stadtbücherei ersatzlos zu streichen.

Zumindest für zwei Jahre. „Wir erhoffen uns dadurch eine noch stärkere Nachfrage durch die Bevölkerung und sehen in der kostenfreien Ausleihe auch einen symbolischen Akt - Bildung sollte für alle kostenfrei sein“, erklären die Bündnisgrünen. Die Ratsherren der anderen Fraktionen, Thomas Hoffmann (FDP), Stefan Okon (WAHL), Ralf Herre (CDU) und Ingmar Janssen (SPD) sprechen sich ebenso für den Antrag aus und wünschten, gemäß der selbst vorgeschlagenen Ergänzung von Antragstellerin Dr. Vanessa Henkels, vor Ablauf der zwei Jahre eine Evaluation der Maßnahme. Somit folgten die anderen Ratsfraktionen dem Vorschlag mehrheitlich, mit einer Enthaltung. Für die Umsetzung des Beschlusses hat der Ausschuss für Bildung und Sport in seiner kommenden Sitzung nun die Satzungsänderung auf dem Tisch, so dass dann ab dem 1. August die Kosten von 18 Euro Jahres-Benutzungsgebühr oder 3 Euro für die Tagesnutzungsgebühr auch für die erwachsenen Nutzer wegfallen. Mahngebühren für überschrittene Leihfristen, Aufschläge für die Ausleihe von aktuellen Bestsellern und zusätzlichen Gebühren für die Fernleihe sollen von der Kostenaussetzung allerdings unberührt bleiben und gelten weiterhin.

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Die Stadtverwaltung rechnet nun mit einer Mindereinnahme von 12.305 Euro. Der Beigeordnete und Kämmerer Björn Kerkmann steht dabei dem Vorhaben kritisch gegenüber, da er in der kommenden Zeit eine Zuspitzung der Finanzlage befürchtet, denn die Stadtbücherei schlägt mit einem jährlichen Minus von rund 300.000 Euro zu Buche. Bereits seit 2019 sind die Nutzungsentgelte für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr oder bis zur Beendigung ihrer Schulausbildung unbefristet ausgesetzt, hier plante man bereits mit einer jährlichen Mindereinnahme von 500 bis 1000 Euro. Bis 2019 erhielten die Erstklässler zur Einschulung einen Gutschein über ein Jahr kostenfreie Nutzung. Dem liegt das erklärte Ziel zugrunde, dass jedes Kind, das in Heiligenhaus aufwächst oder hier zur Schule geht, die Bücherei mehrfach besucht haben soll, die Abläufe kennt und hauptsächlich positive Erinnerungen mit dem Aufenthalt verknüpft. „Bei Kindern, deren Eltern in der Freizeit nicht mit ihnen in Öffentliche Bibliotheken gehen, gilt es zunächst, Hemmschwellen abzubauen und etwas zu finden, was sie interessiert und was ihnen zuhause nicht zur Verfügung steht. Durch interessante Angebote - auch im Non-Book-Bereich – sollen die Kinder von Beginn an auf das Lesen und Lernen mit Hilfe von Medien vorbereitet werden“, heißt es dazu im Konzept der Bücherei aus dem Jahr 2017. Die Hoffnung ist nun, auch die Erwachsenen durch die Aussetzung der Jahresgebühren auf das Angebot aufmerksam zu machen.