Heiligenhaus: Pater Georges Aboud ist seit Juli neuer Kaplan in St. Suitbertus.

St. Suitbertus Heiligenhaus : Aus Syrien nach Heiligenhaus

Pater Georges Aboud ist seit Juli neuer Kaplan in St. Suitbertus. Er hat in seiner Heimat den Krieg erlebt.

Gut gefalle es ihm in Heiligenhaus, noch habe er zwar nicht viel von der Stadt gesehen, aber das Zentrum sei schön und besonders die Kirche von St. Suitbertus sei ein schönes Gotteshaus. Der melkitische Ordenspriester und gebürtige Libanese Pater Georges Aboud lebt seit Juli in der Stadt, deren Name ihm vor seiner Berufung durch das Erzbistum in die hiesige katholische Gemeinde kein Begriff war. Er unterstützt hier nun Pastor Nicolae Nuszer.

Deutschland jedoch ist ihm bereits vertraut, nicht nur, weil er die deutsche Sprache bereits während seines Studiums in Rom am Goethe Institut gelernt habe, sondern auch, weil ihn sein Weg schon öfter nach Deutschland führte. Zum Beispiel als Beauftragter für eine Erhebung über Strukturen für melkitische Gläubige, in Mainz verbrachte er bereits sechs Monate am Priesterseminar und mit Köln verbinden ihn viele Freunde.

Der Vorplatz von St. Suitbertus wird erneuert. Mit einem Fest wird die Eröffnung groß gefeiert. Foto: Blazy, Achim (abz)

Das wird sicherlich auch schnell in Heiligenhaus der Fall sein, denn hier gibt es eine aktive Gemeinde. „Noch sind es ja sehr ruhige Tage hier, weil ja Sommerferien sind“, weiß der Ordensbruder. Geboren im Libanon auf dem Schoufgebirge in eine gläubige und praktizierende Christenfamilie erlebt er schon früh seinen Onkel, der Priester im Basilianer-Salvatorianer-Orden ist.

Das Christentum, im Libanon weit verbreitet, lässt ihn nicht los und die Idee, selbst Priester zu werden, wie der Onkel, wächst. Auch er tritt dem Orden bei. Nach seiner Priesterweihe 1992 im Mutterkloster im Libanon war er in verschiedenen Pfarreien tätig. 2001 schickte ihn sein Orden dann in eine Pfarrei nach Damaskus, in der er bis Mai dieses Jahres blieb – eine Gemeinde, die er in Friedenszeiten und im schwersten Bürgerkrieg begleitete. „Eine schwierige Zeit für die Pfarrei, das Land und die Leute“, sagt Pater Georges. „Ich habe Bombardierungen, Autobomben und Granatenanschläge miterlebt. Und ich habe Schwerverletzte, Tote und auch getötete Kinder gesehen.“

Während dieser Erzählungen schweift sein Blick ab. „Man fühlt mit den Menschen, spürt den Druck des Krieges und da ist immer wieder die Frage ‚Was kommt noch?‘“ Manchmal mussten Taufen unterbrochen werden, weil es Anschläge gab, und es sei vorgekommen, dass man Beerdigungen in der Nähe von möglichen Granaten-Einschlägen zelebrieren musste. Die Angst vor allem für Christen war allgegenwärtig. „Man hat gespürt, dass die Menschen mehr gebetet haben und viele sind auch gegangen. Die Zahl der Gemeindemitglieder ist gesunken.“

Eine Zeit, die ihn geprägt hat. In seiner Heimat, dem Libanon sei es zwar sicher, aber die politische Lage sei auch hier angespannt, über das Internet jedoch ist er mit seiner Familie auch über weite Distanz verbunden.

Am 7. Juli wurde er in einem Gottesdienst offiziell in sein neues Amt in Heiligenhaus eingeführt, seitdem lernt er seine neue Gemeinde hier kennen. Er fühlt sich willkommen: „Alle waren froh, dass ich da bin und ich hoffe, dass ich die Erwartungen erfüllen kann.“

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