Heiligenhaus: Obstbäume und Insektenhaus für die Realschule

Heiligenhaus : Mehr Obstbäume für die Realschule

Begleitet wird das Projekt „Streuobstwiese“ im Biologieunterricht. Schüler wollen für Artenvielfalt im Umfeld sorgen.

Umweltbildung nicht nur theoretisch im Klassenzimmer, sondern direkt im Schulleben, das hat sich die Realschule an der Feldstraße schon seit 2008 auf die Fahne geschrieben. Damals verabschiedete das Kollegium der Unesco-Projektschule ihr ökologisches Konzept, das in den Jahren darauf nach und nach im Schulalltag mit Leben gefüllt werden sollte. Umwelt- und Klimaschutz ist hier also schon länger im Fokus.

Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird Strom aus Sonnenlicht produziert, es wird Müll möglichst vermieden und auf dem Schulhof wurden Rasenflächen zur ökologisch wertvollen Streuobstwiese ausgewiesen. Aktuell sind 15 Obstbäume auf dem Schulgrund angepflanzt, von denen ein Teil durch Schüler-Taschengeld und weitere durch andere Spendengelder erworben werden konnten. Was aber zum Beispiel die Hitzesommer der beiden vergangenen Jahre mit ein paar der noch jungen Bäume gemacht haben, konnten die Schüler direkt mitverfolgen: „Wir haben Bäume verloren, weil es 2018 so heißt war“, sagt Biologie-Lehrer Carsten Jansen. Doch die Klassen 6a und 7b, sowie der islamische Religionskurs haben Geld zusammengelegt und so konnten wieder neue Bäume gekauft und gestern auch gepflanzt werden. Die Prämisse dabei: „Es geht um Artenvielfalt und so sind es alte Sorten, die nicht mehr so oft gepflanzt werden, weil sie zum Beispiel nicht so schnell wachsen, wie andere“, sagt Jansen.

Die 6a pflanzte zum Beispiel einen Baum der Sorte Jakob Lebel oder auch Jacques Lebel genannt. Die technischen Betriebe werden noch einen weiteren Obstbaum pflanzen. Begleitet wird das „Projekt Streuobstwiese“ durch den Biologieunterricht. Dabei wird zum Beispiel vermittelt, welche wichtige Rolle Obstbäume im Ökosystem spielen, in dem sie vor allem vielen Insekten, aber auch Vögeln als Lebensgrundlage dienen. 2017 hat Carsten Jansen die Verantwortung für die Ökologie-Projekte der Realschule von Werner Wiersch übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist. Jansen will den Schülern damit den Umweltgedanken ganz praktisch vor Augen führen: „Ich will ihnen zeigen, dass es wichtig ist, bei sich selbst anzufangen. Den Wert davon, selbst etwas anzupflanzen und die Natur zu pflegen.“ Ganz neu sind auch die beiden Schautafeln, die neben dem Eingang am Nordring zu finden sind. Auf ihnen wird das Leben auf Wildwiesen, sowie Wissen über Streuobstbäume vorgestellt. Die Tafeln sollen nun über die Zusammenhänge auf wilden Flächen aufklären, von denen es auf Heiligenhauser Grund immer gibt, sogenannte Trittsteinbiotope, wie Förster Hannes Johannsen sie nennt. Gestern pflanzten die Schüler ihre neuen Bäume mit Spaten und Muskelkraft selbst, auch die saftig grünen Äpfel aus der Krone eines älteren Baumes wurden geerntet. Biologie-Lehrer Jansen ist sich sicher: „Die Schüler werden noch lange die Bäume bewundern dürfen.“

Mehr von RP ONLINE