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Heiligenhaus: Nils Vollmar wird Feuerwehrchef

Heiligenhaus : Neuer Feuerwehrchef kommt auf Empfehlung

Die Feuerwehr bekommt ein neues Leitungsteam: Mit Nils Vollmar rückt der bisherige Stellvertreter auf den Chef-Posten nach. Er muss nun die ehrenamtliche Wehr zukunftsfähig aufzustellen.

Mit Ulrich Heis als Feuerwehr-Chef und Jörg „Paletti“ Brunnöhler als stellvertetendem Wehrleiter haben sich in diesem Jahr gleich zwei Feuerwehr-Urgesteine in den Ruhestand verabschiedet. In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, der vorübergehend die Kompetenzen des Rates übernimmt, vor der Sommerpause hat die Heiligenhauser Politik nun einstimmig ihre Zustimmung zur Nachfolge bekundet, damit hat Bürgermeister Michael Beck offiziell die neue Führung der Wehr benannt.

So folgt der bisherige Stellvertreter, Stadtbrandinspektor Nils Vollmar, ab 1. September auf den Posten des Wehrleiters. Ihm als Stellvertreter zur Seite gestellt, werden Brandamtmann Ralf Mader und (aufgrund noch ausstehender Lehrgänge) noch kommissarisch Brandinspektor Andreas Braig. Damit wurde der Empfehlung des Kreisbrandmeister Torsten Schams gefolgt, der eine Anhörung sämtlicher Abteilungen, wie den Löschgruppen oder auch Ehrenabteilung voraus ging.

Der Ausschuss verabschiedete zugleich den Brandschutzbedarfsplan (kurz: BSBP), der mit 471 Seiten ein echtes Mammutwerk geworden und nach der Fortschreibung aus dem Jahr 2007 nun eine vollständige Neufassung auf Grundlage aktueller Daten und Gegebenheiten ist. Erstellt wurde der Plan in weiten Teilen vom bisherigen Feuerwehrchef Heis, seinem Nachfolger Vollmar, sowie Kerstin Ringel als Fachbereichsleiterin Sicherheit und Ordnung. Für die detaillierte Aufarbeitung gab es dabei ausdrückliches Lob durch die Ausschussmitglieder – und einen einstimmigen Beschluss, mit dem sich der Rat geschlossen hinter die Wehr stellt.

Damit erwartet die neue Wehrleitung nun eine dankbare, wenn auch herausfordernde Aufgabe: Eine rein ehrenamtliche Feuerwehr, gestützt von hauptamtlichen Kräften in der Gerätepflege und der Brandschutzverhütung, in einer wachsenden Stadt leistungsfähig zu halten. Der vorliegende Brandschutzbedarfsplan ist, nach der Fortschreibung aus dem Jahr 2007, eine vollständige Neufassung auf Grundlage aktueller Daten und Gegebenheiten und analysiert den Ist-Zustand der gesamten Wehr mit ihren rund 160 Mitgliedern. So zeigt der Plan allerdings auch sehr deutlich die Punkte, die in Zukunft angegangen werden müssen: Kernpunkt sind hierbei die Standorte der Wehr, allen voran der Feuerwache an der Julius-Held-Straße, die 1982 errichtet und seitdem keine signifikante Sanierung oder Erweiterung erfahren hat, nicht mehr den aktuellen baulichen Erfordernissen entspricht und Mängel in der Infrastruktur aufweist, außerdem heißt es: „Der Standort am südwestlichen Rand der Stadt erzeugt für bestimmte Ortsteile ein Problem im Bereich der zeitlichen Erreichbarkeiten.“ Auch der Standort in der Abtsküche, der sich das Gebäude mit anderen Nutzern teilt, entspricht nicht den Bedürfnissen der Wehr. „In der Summe sorgen viele Mängel in beiden Gebäuden dazu, dass sich die Mannschaft sich nicht ausreichend „zu Hause“ fühlt“, die sei jedoch gerade als ehrenamtliche Feuerwehr unbedingt erforderlich. Eine Machbarkeitsstudie soll notwendige, bauliche Maßnahmen ins Auge nehmen.

Des weiteren wurde in den Außenbereichen Löschwassermangel ausgemacht, im Ernstfall muss die Feuerwehr das benötigte Löschwasser dort über weite Wege herbeischaffen. Ein weiteres zentrales Handlungsfeld sehen die Planerstellerauch in der Gewinnung und Betreuung der Mitglieder.