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Heiligenhaus: Neustart im "Steppkeshaus"

Heiligenhaus : Alle Wege frei zum Neustart in der Kita „Steppkeshaus“

An der Ludgerusstraße hat für bisher 84 Kinder der Kita-Alltag nach langer Pause wieder begonnen. Dahinter steckt für das Team um Sabine Eidner ein Stück generalstabsmäßiger Vorbereitung.

Der Gruß auf dem Flipchart rechts neben dem Eingang ist nicht zu übersehen: „Willkommen zurück im Steppkeshaus“ steht bunt draufgeschrieben. Aber schon auf den zweiten Blick wird klar: Es geht nicht um irgendein x-beliebiges Ferienende. Dagegen spricht das rot-weiße Flatterband, das den Zuweg sozusagen in zwei Spuren trennt.

Und auch nicht alltäglich sind die orange-weißen Pylonen auf dem Mitarbeiterparkplatz nebenan. Die Plastikhütchen, ansonsten genutzt zur Markierung von Straßenbaustellen, haben eine neue Verwendung gefunden. Sie sollen mit dazu beitragen, dass sich beim Bringen und Abholen auf keinen Fall Menschentrauben bilden. Denn das nimmt das Team unbedingt genau, auch wenn Leiterin Sabine Eidner weiß: „Kinder während der gesamten Kitazeit pausenlos auf Abstand voneinander zu halten, ist praktisch unmöglich.“ Was umgekehrt aber nicht heißt, dass organisatorisch nicht eine Menge möglich gemacht worden wäre. „Handhygiene für Kinder und Erzieherinnen war bei uns schon vor Corona-Zeiten Alltagsthema“, sagt Eidner. Das hatte in der Vergangenheit bemerkenswerten Erfolg: „Hier ist in jüngster Vergangenheit nicht ein einziges Kind mit Schnupfennase rumgelaufen.“

Was außerdem hilft: Maskenpflicht beim Bringen und Abholen. Ausgefeilte Reinigungspläne für alle Räume. Begleitung der Kinder zur Toilette und im Waschraum. Ein Elternbrief mit genauen Erklärungen dazu, warum Eltern derzeit nicht in die Einrichtung hinein dürfen. Ganz wichtig: „Wir wollten und wollen dringend vermeiden, dass zur Hauptabholzeit um 11.30 Uhr 20 Eltern gleichzeitig am Eingang stehen“, sagt Eidner. Das habe auch funktioniert.

Damit 84 (von 116) Kinder zu Beginn vergangener Woche wieder strahlend an der Ludgerusstraße kommen konnten, hatte ein Team im Hintergrund alle Hände voll zu tun. Eidner konnte sich auf die in Chatgruppen organisierten Eltern und den Elternbeirat, angeführt von Daniel Niedermeier, verlassen. Sie sorgten für schnellen Informationsfluss. Gut unterstützt fühten sich die Erzieherinnen von Stefanie Dellit und Anneke Bekiaris im Jugendamt. Vor Ort wurden Fragen pragmatisch gelöst. Zwei der sechs Gruppen brechen täglich zu längeren Spaziergängen auf. Auch das ist keine pandemie-bedingte Erfindung, das Steppkeshaus ist zertifizierter „Bewegungskindergarten“. Die Gruppen- und Bewegungsräume werden stunden- oder tageweise aufgeteilt, das Außengelände in sechs Spielzonen.

Was aber tatsächlich fehlt, sind Möglichkeiten zum schnellen Elterngespräch zwischen Tür und Angel, wie sonst eben besonders beim Bringen und Abholen gewohnt. Eine Möglichkeit haben sich Eidner und ihr Team hierfür überlegt: „Es spricht eigentlich nichts dagegen, wenn Eltern ihren Kindern Zettel mit Fragen oder Themen mitgeben in den Kindergarten.“