Heiligenhaus: Neuer Plan für Hitzbleck-Areal

Im Herbst 2020 soll das neue Nahversorgungszentrum stehen: Es gibt Plan 2.0 für die Großbaustelle

Die Großbaustelle Hitzbleck-Areal hinter dem Rathaus gehört inzwischen zum Stadtbild. 2020 soll hier ein Einkaufszentrum nebst Gastronomie fertig sein. Das Bauvorhaben bietet Experten Überraschungen.

Zur Ferienzeit im Sommer kursierte die Frage: Was wird eigentlich aus der riesigen Sand- und Erdbaustelle Hitzbleck-Areal? Gerüchte machten die Runde, es gehe nicht weiter. „Keine Rede davon“, hieß es aus dem Rathaus. Tatsächlich sind längst wieder Fahrzeuge auf dem Areal unerwegs.

Jetzt gehen die Oktoberferien zu Ende. Und das Thema „Nahversorgungszentrum“ steht nach wie vor ziemlich weit oben auf der Agenda für den Themen-Jahresendspurt in der Stadt. Es dreht sich aber nicht nur ums Bauen. Inzwischen weist die Chronik für die Folgenutzung der vor zehn Jahren in Konkurs gegangenen Gießerei Hitzbleck mitten in der Stadt einige terminliche Aufs und Abs auf.

Zuallererst hieß die optimistische Annahme: Zum Weihnachtsgeschäft 2018 ist der Bau fertig, die Kunden können kommen. Spektakulärster Akt vor Beginn der Erdarbeiten war dann die punktgenaue Sprengung des alten Hitzbleck-Schlotes im vergangenen Jahr. Damit hatte es allerdings vorerst ein Ende mit der Präzision. „Es gibt Unwägbarkeiten, die schon beim Abriss beginnen“, kommentiert Bürgermeister Michael Beck. „Das kann natürlich nicht glücklich stimmen.“ Über den Fortschritt der Arbeiten werde das Rathaus regelmäßig informiert, mit den Arbeiten selbst habe die Verwaltung allerdings nichts zu tun. Die Stadt- und Bodenentwicklungsgesellschaft hatte die Industriebrache an den Investor Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) verkauft. „Im Verhältnis zum Investor knirscht es auch nirgends“, betont Beck. Immerhin sei HBB der zweitgrößte deutsche Projektentwickler für Vorhaben vergleichbarer Machart. Für das aktuell überplante neue Innenleben des Zentrums stehe die baurechtliche Genehmigung unmittelbar bevor.

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Auch HBB-Geschäftsführer Harald Ortner sieht das Projekt in keiner Weise gefährdet, wohl aber verspätet. „Wir rechnen damit, im Herbst 2020 eröffnen zu können“, sagt er auf Anfrage der Redaktion. „Unerwartete Asbestfunde“ hätten erhebliche Zeitverzögerungen mit sich gebracht – und auch die Kosten in die Höhe getrieben. Der Experte nimmt es gelassen. „Damit muss man beim Bauen auf innerstädtischen Industrieflächen immer rechnen.“ Die Funde auf dem alten Gießereigelände hatten die Bauexperten aber letztlich überrascht.

Unabhängig von der logistischen Herausforderung, den Boden herzurichten, geht es Ortner ums Inhaltliche. So bestehe nach wie vor die Idee, im Nahversorgungszentrum ein Fitness-Center unterzubringen. Das zu realisieren, also den Interessenten zu finden, sei „Aufgabe der Firma Concepta“. Mit dieser Gesellschaft arbeitet HBB seit einem Jahr in Sachen Hitzbleck-Areal zusammen. Ein Ergebnis werde wohl in wenigen Wochen auf dem Tisch liegen.

Fakt bleibt aber auch: Das Jahresendgeschäft wird unter alten Vorzeichen ablaufen. Allerdings ist man aus stadtplanerischer Sicht auch schon ein Stück weiter. Bereits jetzt fordert die SPD Nachdenken über ein komplettes Parkraumkonzept für die Innenstadt. Zumindest in diesem Punkt fürchtet man offenbar Mangelversorgung, wenn das neue Zentrum steht.

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