Heiligenhaus: Neuer Chef für Jugend und Soziales

Heiligenhaus : Neuer Chef für Jugend, Soziales und Kultur

Dezernent Thomas Langmesser bringt im neuen Fachbereich viel unter einen Hut. Offene Stellen machen Sorgen.

Im August kann Thomas Langmesser (60) auf sein erstes Jahr als Leiter und damit Dezernent für den frischen Geschäftsbereich „Jugend, Soziales und Kultur“ unter einem Dach zurück blicken – ein arbeitsreiches und intensives Jahr. „Habe ich gewusst, worauf ich mich da einlasse? Teils Teils. In manche Bereiche, vor allem im Sozialen muss ich mich einfinden, da habe ich die wenigsten Vorerfahrung.“

Die Zeit für Aufbauarbeit in seinem Dezernat aber ist knapp: „Der Personalnot geschuldet, muss ich noch viele Lücken füllen. Ich bin immer froh, wenn ich die drei Bereiche, personell zumindest halbwegs besetzt habe.“ Das sei ein stetes Ringen, denn es fehlen nicht nur Pädagogen, sondern auch Verwaltungsmitarbeiter. Und das mache den Alltag schwierig, vor allem in diesen basisorientierten Bereichen, wo der Kontakt zum Bürger so direkt sei. „Da hängen unmittelbar Menschen dran, in Kindertagesstädten kann man nicht einfach sagen, heute gibt’s keine Betreuung. Für den sozialen Bereich gilt das aber ebenso, beispielsweise bei Asylbewerberleistungen oder Unterhaltsvorschuss, da hängen Menschen hinter, die keinen Spielraum haben, um Verzögerungen abzufedern.“ Da sei er dankbar, mit einer guten Amtsleitung zusammenarbeiten zu können. Abstriche mache er dann am ehesten bei den Aufgaben eines Dezernenten. „Das kann aber kein Dauerzustand sein. Es besteht viel Lenkungs- und Vermittlungsbedarf und da hängt auch strategische Planung für die Zukunft dran.“

Doch der Fachkräftemangel ist spürbar, vor allem im Jugendbereich: „Ein ganz entscheidender Punkt: Man muss für eine gute Arbeitszufriedenheit sorgen, gutes Klima bieten und auch mal flexibel in der Arbeitszeitgestaltung sein. Ziel ist: Die guten Mitarbeiter, die man hat, sollen bleiben.“ Langmesser selbst, den viele unter dem Namen „Duffy“ kennen, ist beinahe sein ganzes Berufsleben bei der Stadt Heiligenhaus beschäftigt. „Ich habe fast alle sieben Jahre etwas Neues gemacht, das ist mir irgendwann erst mal bewusst geworden.“ Zur Ruhe kommt der passionierte Seglers, wenn er nicht gerade auf einem Segelschiff unterwegs ist, gerne im eigenen Garten. „Beruflich schützen neue Aufgaben einen vor zu viel Routine. Für mich ist das immer auch persönliche Weiterentwicklung, auch wenn es immer mal die Momente gibt, wo ich mich frage ‚musste das jetzt noch mal sein?‘ Letztendlich weiß ich aber, das war die richtige Entscheidung. In einem Verwaltungsvorstand zu arbeiten, in dem ich mich wohl fühle, und mit einer Aufgabe, in der ich steuern kann, das ist reizvoll. Ich wünsche mir, den Bereich gut für die Zukunft aufstellen zu können.“ Die Erstellung einer Sozialräumlichen Gliederung zum Beispiel, in dem Stadtteile nach Sozialstrukturen abgebildet sind, hat er noch im vorigen Amt erhoben, sie erleichtert die Arbeit heute. Eine Besonderheit, hebt Langmesser auch noch hervor: In allen drei Fachbereiche seien hoch engagierte Mitarbeiter dabei, die auch mal mehr machen, als der Rahmen vorgibt, ein gutes Beispiel: Der Demenzinfotag. Und auch dass mit Almuth Schildmann-Brack nun der Chefposten im Kulturbüro besetzt ist, nimmt ihm eine Last von seiner Schulter. „Da werden sicherlich neue Impulse einfließen, aber erst einmal steht sie für eine solide Fortführung.“ Er ist sich sicher: Kultur ist der Kitt für eine Kleinstadt wie Heiligenhaus. Das beste Beispiel ist das Stadtfest, wo viele Menschen zusammen kommen und feiern.“

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