1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Heiligenhaus: Mehr as drei Jahre Haft wegen schweren Bandendiebstahl

Verhandlung in Wuppertal : Mehr als drei Jahre Haft wegen schweren Bandendiebstahls

Das Ziel waren Wohnungen und Einfamilienhäuser. Dort stahlen die Männer Uhren, Schmuck und andere Wertgegenstände, bis sie ertappt wurden.

Zu drei Jahren und zehn Monaten Haft wegen schweren Bandendiebstahls hat das Wuppertaler Landgericht einen 34-jährigen Serben verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten die Beteiligung an elf Wohnungseinbruchsdiebstählen vorgeworfen, fünf Fälle konnten ihm am Ende der Beweisaufnahme zweifelsfrei nachgewiesen werden. Der Angeklagte selbst will nur bei vier der ihm vorgeworfenen Taten dabei gewesen sein. Nur einmal sei er mit im Haus gewesen – da habe man ihm zeigen wollen, wie so etwas gehen würde. Bei drei weiteren Einbrüchen will er im Auto gewartet haben, um die Mittäter nötigenfalls warnen zu können.

Warum er überhaupt nach Deutschland gekommen sei? Dazu ließ der Angeklagte das Gericht wissen, dass er hier eigentlich seine Mutter habe suchen wollen. Von seiner verstorbenen Grußmutter will er noch vor deren Tod erfahren haben, dass die Frau, die er bislang für seine Mutter gehalten habe, nicht seine leibliche Mutter gewesen sei. In Italien lebend, will er von dort aus eine Facebook-Suche gestartet haben, woraufhin sich jemand aus Belgien gemeldet haben soll, der vom Tod der Mutter berichtet habe. Dann wiederum habe sich der Mann seiner Cousine aus Serbien eingeschaltet – ihm sei berichtet worden, dass die Mutter des Angeklagten in Deutschland in einem großen Krankenhaus liegen würde. Wo genau? Das will der Angeklagte nicht gewusst haben, um dennoch mit dem Cousin nach Wuppertal aufzubrechen. Auf Diebestour sei er nur gegangen, weil er kein Geld gehabt habe. So ganz zu glauben schien der Richter dem Angeklagten dessen Geschichte nicht.

Begonnen hatte die Diebestour am 6. März 2014 in Essen, wo Mitglieder der Bande in zwei Doppelhaushälften  eingestiegen sein sollen. Noch am gleichen Tag sollen sie in der Losenburger Straße in Heiligenhaus ein Fenster eingeschlagen und mehrere Räume durchwühlt haben, um das Haus schließlich mit Uhren im Wert von 385 Euro wieder zu verlassen. Weiter ging’s mit Einbrüchen in Datteln, Castrop-Rauxel und Oberhausen – nach der Tat in Erkrath hatte man die Diebe offenbar auf frischer Tat ertappt bei dem Versuch, in ein weiteres Haus einzudringen. Zuvor sollen die Täter die Immobilien „ausgekundschaftet“ haben. Sie sollen mit dem Auto durch Wohngebiete gefahren sein und vor den Einbrüchen geschaut haben, ob jemand zuhause sei. In Erkrath sollen die Diebe durch ein Toilettenfenster in ein Reihenhaus im Willbecker Busch eingedrungen sein, um dort Uhren und Schmuck zu stehlen.