Heiligenhaus: "Kunstquadrat" im Museum Abtsküche

Der kleine Markt im Museum Abtsküche ist beliebt: Künstlergruppe sucht ein Dauer-Domizil

Für heute und morgen lädt die Gruppe „Kunstquadrat“ zum vierten kleinen Markt im Museum an der Abtsküche ein.

Ein bisschen Heimat hatte sich der ehemalige Heiligenhauser Bürgermeister Jan Heinisch im Sommer in seine neue Wirkungsstätte nach Düsseldorf geholt: In den Räumen des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung initiierte der Staatssekretär die Ausstellung „Von dort aus“. Dort stellten bis September 13 Künstler ihre Werke aus. Premiere für eine Ausstellungsfläche, die von nun an bildende Kunst in den Ministerialalltag tragen soll.

Den Auftakt machten Künstler, die etwa auch weltweit bereits Anerkennung erfahren haben, darunter unter anderem Doris Halfmann, Yoshio Yoshida, Inge Sievers, Thomas Pischke, Michael Webers, Sven Hornscheidt, Wolfgang Kremer, Yoshiko Soga-Yoshida und Christian Heinrich - sie alle haben mindestens eine Gemeinsamkeit, die sie mit dem Staatssekretär teilen, den Bezugspunkt Heiligenhaus.

Die Stadt selbst allerdings stand gar nicht im Vordergrund, viel mehr wollten die Organisatoren verdeutlichen, dass gute Kunst eben auch in kleineren Kommunen stattfinden kann – nicht nur in Metropolen. Nur: In den kleineren Gemeinden haben es die Kunstschaffenden oftmals schwerer, sich Gehör und Raum zu verschaffen; denn hier können Künstler und Kunstinteressierte viel zu oft nur von den kulturellen Möglichkeiten träumen, wie es sie etwa in der gewachsenen Kunst-Stadt Düsseldorf gibt.

In Heiligenhaus haben sich Kunstschaffende zum „Kunstquadrat“ zusammengefunden, ein Netzwerk, das auch über die Stadtgrenzen hinaus gut funktioniert und das manchmal eben doch eine Nische findet, um die Kunst in die Öffentlichkeit zu tragen: In der Heimatkundlichen Sammlung an der Abtskücher Straße 37 findet seit vier Jahren regelmäßig an einem Wochenende im Herbst der kleine Kunstmarkt statt, den Organisatorin Ute Augustin-Kaiser aus Ratingen-Homberg mitgebracht hat.

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Acht Künstler zeigen heute, 13 bis 18 Uhr, und morgen, 11 bis 17 Uhr, ihre Werke, die begutachtet und natürlich erstanden werden können. Einige von ihnen, wie etwa Nils Hamm, Armin Schmidt, Anneliese Schmidt und Klaus Sievers gehörten auch zu den Ausstellenden im Düsseldorfer Ministerium.

Zu ihnen gesellen sich beim Kunstmarkt heute Michael Laux mit Metallarbeiten, Initiatorin Ute Augustin-Kaiser mit keramischen Schmuckobjekten und Bildern, Anne Kaiser mit aufwendig bearbeiteten Fotografien sowie Petra-Marita Sadowski mit textilen Arbeiten. Das Heimatmuseum ist aber nur einmal im Jahr Begegnungsstätte für diese Form der bildenden Kunst. In Heiligenhaus mangle es traditionell an einem „festen, offiziellen, stadteigenen Ort für die Ausstellung zeitgenössischer Bildender Kunst“ bedauert Künstler und sachkundiger Bürger für die Bündnisgrünen, Thomas Pischke, in einem Antrag, der dem kommenden Kulturausschuss vorliegen wird. Darin erinnert er an das Art House, das für fünf Jahre ein Ladenlokal im Rathauscenter zum Museum machte.

Mit seinem ungewöhnlichen Ausstellungskonzept habe anschließend das alte Pastorat überregionale Beachtung gefunden, das sich das Kunstquadrat gekapert hat. Das baufällige Gebäude allerdings ist ein Museum auf Zeit, steht auf begehrtem Grund und ist im Winter aufgrund fehlender Sanitäreinrichtung und Heizung gar nicht nutzbar.

„Um den sowohl aus kultureller Sicht als auch in Hinblick tourismus- und wirtschaftsfördenden Aspekten nicht zu vernachlässigenden Bereich der zeitgenössischen Bildenden Kunst auch in Zukunft adäquat fördern zu können, braucht es also absehbar einen neuen Ort“, betont Pischke. Die Verwaltung soll beauftragt werden, eine Liste möglicher Ausstellungsräume und -möglichkeit, zu erstellen und als Mittlerin zwischen Kulturschaffenden und Eigentümern agieren.

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