Heiligenhaus Königsschießen bei den Wildschützen

HEILIGENHAUS · Ralf Polkläser ist nach einem ungewöhnlich langwierigen Pfänder- und Königsschießen der neue Schützenkönig der Heiligenhauser Wildschützen. Der erstaunliche Wettbewerb endete am Samstag erst kurz vor Mitternacht.

 Die versammelte Mannschaft der Wildschützen an ihrem  Schießstand an der Selbecker Straße.

Die versammelte Mannschaft der Wildschützen an ihrem  Schießstand an der Selbecker Straße.

Foto: Blazy, Achim (abz)

Einen dermaßen widerspenstigen Vogel bei ihrem Pfänder- und Königsschießen haben die Heiligenhauser Wildschützen zumindest in den letzten Jahrzehnten noch nicht erlebt, doch letztendlich konnte sich Ralf Polkläser nach 121 Schuss um den Rumpf in einem Duell um das Königsamt durchsetzen.

 Zwei, die sich bestens auskennen: 1. Vorsitzender Thorsten Thus und Schießmeister Ulli Chilla (rechts).

Zwei, die sich bestens auskennen: 1. Vorsitzender Thorsten Thus und Schießmeister Ulli Chilla (rechts).

Foto: Blazy, Achim (abz)

„Wir haben bis etwa 23.20 Uhr die Pfänder ausgeschossen und konnten erst um 23.40 Uhr mit dem Königsschießen beginnen. Das ist bisher nicht vorgekommen. Normalerweise fällt der Rumpf zwischen 20 bis 21 Uhr“, sagt Thorsten Thus. Der Vorsitzende der Wildschützen, dem jüngeren der beiden Heiligenhauser Schützenvereine, schaut auf einen langen Abend zurück: „Unser Schießmeister hat uns einen äußerst widerstandsfähigen Vogel aus Holz gebaut.“ Gekrönt wird der neue Schützenkönig mit seiner Königin Konny Polkläser, dem Adjutanten Jürgen Pritsch, sowie den Ehrendamen Inge Guske und Janine Kaselowsky dann beim Schützenfest am 18. Mai im Ratskeller. Mit Viola Rodmann verabschiedet sich damit eine Kaiserin nach zwei Amtszeiten aus dem Schützenadel. Eine durchaus aufwendige Ehrenwürde, zu der unter anderem auch die Repräsentation des Vereins bei befreundeten Schützenvereinen gehört. Lebendige Brauchtumspflege eben. Denn die Wildschützen sind Sport – und auch Traditionsverein. „Durch Neumitglieder konnten wir die Mitgliederzahl von 60 halten,und auch den Altersdurchschnitt in den letzten Jahren etwas verjüngen“, so Thus, für den der Sport ein Ausgleich zum Beruf ist: „Man muss sich konzentrieren und braucht eine innere Ruhe. Sonst braucht man gar nicht erst anfangen.“ Geschossen wird mit Luftgewehr und -pistole – für die Schützen sind das Sportgeräte. Die Polizei kontrolliere und lobe den Schießstand an der Selbecker Straße, der von den Wildschützen und dem SV 1898 Heiligenhaus genutzt wird regelmäßig.

Eigentlich stünden hier auch Renovierungsarbeiten an, sagt Thus. Aber in Anbetracht der ungewissen Zukunft im Rahmen der Diskussionen um die Zukunft des Heljensbades, auf dessen Grundstück der Schießstand stehe, wolle man hier derzeit nicht investieren. Obgleich die Schützen viel Tatkraft und Geld in die Anlage gesteckt haben. Die Wildschützen trainieren auf dem Schießstand an der Selbecker Straße dienstags und in ungerade Kalenderwochen freitags, jeweils 18 bis 20 Uhr. Interessierte sind herzlich eingeladen.