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Heiligenhaus: Knatsch um Schulentwiclungsplan

Heiligenhaus : Debatte um Schulentwicklungsplan

Der Schulausschuss befasst sich am Dienstag mit der Frage, wie die Grundschullandschaft zukünftig ausschauen soll. Es gibt aktuell fünf Standorte, die Schülerzahlen steigen. Im Blickpunkt: die beiden konfessionsgebundenen Schulen.

Wie sind die fünf Grundschulen in Heiligenhaus derzeit aufgestellt? Und wie könnten zukünftig die Anforderungen aussehen? Der Ausschuss für Bildung und Sport schaut sich heute, in seiner laut Terminplan wohl letzten Sitzung vor der Kommunalwahl im September, den vom Fachbereich Schule vorgelegten Schulentwicklungsplan an.

Der beschäftigt sich detailliert mit Schülerzahlen, Raumpotentialen und möglichen mittelfristigen Herausforderungen durch neu entstehenden Wohnraum. Von der Politik war der Schulentwicklungsplan bereits lange angefordert, denn der alte, bereits 2003 vom Rat verabschiedet, galt für den Zeitraum bis 2007. Durch neue Wohngebiete und beispielsweise den Umzug der Grundschule Regenbogen aus der Innenstadt in die Unterilp gilt es nun, die fünf Grundschulen zukunftsfähig aufzustellen.

So sind seit dem Schuljahr 2015/16 die Schülerzahlen wieder angestiegen: Waren es damals noch 935 Grundschüler, so besuchten im Schuljahr 2018/19 insgesamt 1011 Kinder die Heiligenhauser Grundschulen. Damit einhergehend ist auch ein leichter Anstieg der Einwohnerzahl von Heiligenhaus. Es gilt nun weiter: „Jedes Kind hat einen Anspruch auf Aufnahme in die seiner Wohnung nächstgelegene Grundschule der gewünschten Schulart in seiner Gemeinde“, ist dazu aber nicht verpflichtet.

Dementsprechend legt der Fachbereich Schule für die Grundschulen Schulstraße, Regenbogen und Gerhard Tersteegen im Schulentwicklungsplan auch einen Plan zur gebildeten Straßenzuordnung der wohnortnächsten Grundschule nach dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ vor. „Über die Aufnahme von Schülern und Schülerinnen entscheidet die Schulleitung innerhalb der vom Schulträger festgelegten Zügigkeit, also zunächst für die wohnortnahen Kinder, anschließend für die anderen angemeldeten Kinder“, heißt es dazu in der Vorlage.

Außerdem: „An den Konfessionsschulen haben die der jeweiligen Konfession angehörigen Kinder einen vorrangigen Aufnahmeanspruch.“ Pendler spielten in der Primarstufe dagegen eine nur untergeordnete Rolle. Mit etwa 660 geplanten, im Bau befindlichen oder vor kurzem fertiggestellten Wohnbaupotentialen werden in den nächsten bis zu sechs Jahren vor allem die Grundschulen Schulstraße und Gerhard-Tersteegen herausgefordert. Im Rathaus prognostiziert man deswegen zusätzliche 30 Schüler, die sukzessive hinzukommen könnten.

Wie sich das auf die Raumsituation auswirkt, auch darauf schaut der Schulentwicklungsplan. So hat die zweizügige Gerhard-Tersteegen-Grundschule in Hetterscheidt derzeit acht Klassenräume, die Raumkapazität ist damit erschöpft, eine Erweiterung erfordere Baumaßnahmen.

Für die dreizügige Grundschule an der Schulstraße mit 14 Klassenräumen ist eine multifunktionale Raumnutzung derzeit in Planung. An der bisher einzügigen Grundschule Regenbogen (Sieben Klassenräume) wäre durch den Neubau von zwei multifunktionalen Klassenräumen und einem Differenzierungsraum die Möglichkeit der Zwei-Zügigkeit zum Schuljahr 2020/2021 gegeben.

In der evangelischen Grundschule Adolf-Clarenbach, die erst vor kurzem trotz Kritik auf Einzügigkeit umgestellt wurde und nun eine erweitere Eingangsklasse hat, wäre mit ihren acht Klassenräumen eine Zweizügigkeit wieder denkbar. In der katholische Grundschule St. Suitbertus mit insgesamt 16 Klassenräumen wurde bereits auf drei Züge erweitert.