Heiligenhaus: IKG-Schulküche ist ein Gewinn für Genießer

Heiligenhaus : Schulküche ist ein Gewinn für Genießer

Das Kant-Gymnasium gewinnt in einem Wettbewerb die komplette Ausstattung. Fünftklässler kochen selbst – und gern.

„Als Vorspeise gibt es einen Salat, als Hauptspeise eine Reisbolognese und zum Nachtisch Obstsalat“, erklären Schülerinnen der 5b. Die jungen Gymnasiasten tragen Schürzen und sind mittendrin im Kochgeschehen. Denn an diesem Donnerstag bereiten sich die 28 Nachwuchs-Köche ihr Essen in drei Gängen einfach selbst zu und das mit sichtlich viel Vergnügen.

Als die RP ihnen über die Schulter schaut, haben sie bereits den Salat und das Obst geschnitten, den Reis gekocht und das Obst in Zitronenwasser eingelegt. Ende Juni startete das Projekt: „IKG – Ich koche gerne“ für die fünften Klassen. Ziel der Aktion: junge Schülerinnen und Schüler durch die gemeinsame Zubereitung der Speisen für eine gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Hierzu planen die Schüler vorab mit Hilfe einer Ernährungspyramide und Rezeptvorlagen ein gesundes und abwechslungsreiches Drei-Gänge-Menü, beschaffen die Lebensmittel und kochen dann gemeinsam in der Schulküche. „In der fünften Stunde wird dann gegessen und die sechste Stunde ist für das gemeinsame Aufräumen reserviert, auch das gehört dazu“, sagt Torsten Sill. Der Schulküchen-Organisator ist nicht nur selbst begeisterter Hobbykoch, sondern hat mit seiner Klasse dafür gesorgt, dass das Immanuel-Kant-Gymnasium eine Schulküche auf neuestem Stand hat: „Wir haben an dem Wettbewerb ‚Klasse, kochen!‘ teilgenommen und dafür ein Gesellschaftsspiel entwickelt. Dafür hat sich meine Klasse, damals selbst noch im fünften Jahrgang, mit regionalen Lebensmitteln beschäftigt und Biobauernhöfe der Gegend besucht.“

Ihre Idee gehörte beim Wettbewerb, ausgerufen vom Bundesministerium Ernährung und Landwirtschaft, der Bertelsmann-Stiftung und TV-Koch Tim Mälzer, zu den besten zehn Einsendungen – von über 200 aus ganz Deutschland. Der Gewinn: Eine Küche im Wert von 35000 Euro. Der Förderverein der Schule hat dann nicht nur mit einem vierstelligen Beitrag dafür gesorgt, dass die Schulküche dann auch komplett mit allem Wichtigen, Tellern, Töpfen, Besteck, ausgestattet ist - das ist etwa der Bestand von fünf privaten Küchen -, sondern auch für die notwendigen sanitären und elektrischen Bedingungen. Dem Einsatz sei man sehr dankbar, denn die Küche bekommt einen immer stärkeren Platz im schulischen Alltag: „Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten wurden hier in der Projektwoche typische Gerichte aus jedem Jahrzehnt des Jubiläums gekocht. Grünkohl für die 50er Jahre, ein großer Braten für die 60er Jahre und Mutzen für die 80er Jahre“, erinnert sich Sill. „Über ein Onlinetool können sich die Lehrkräfte die Küche reservieren.“

Die Ideen für die Nutzung der Küche sprudeln: „Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, den Knigge-Kurs auf Tischregeln auszuweiten“, sagt der Koordinator. Er freut sich, dass gesunde Ernährung bei vielen IKG-Schülern ohnehin schon Thema sei. Das sei leider nicht an jeder Schule so, weiß er, umso wichtiger sei es, das Bewusstsein für gesunde, im besten Fall regionale und saisonale Lebensmittel, zu stärken. Für die Schüler der 5b jedenfalls ist die Schulküche nichts Ungewöhnliches, wie einige von ihnen erklären: „Wir kochen auch zuhause manchmal mit.“

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