Heiligenhaus: Heiligenhauser Wehr lässt sich feiern. Herbert Reul gratuliert.

Freiwillige Feuerwehr besteht seit 150 Jahren. : Heiligenhauser Wehr lässt sich feiern

Innenminister Herbert Reul gratuliert zum Jubiläum.

Mit einer fulminanten Technikschau von über 60 Blaulichtwagen wurde am Sonntag das Engagement von 150 Jahren freiwilliger Feuerwehr mit einem Stadtfest gefeiert – einsatzfrei blieb der Tag für die Wehr aber nicht.

Die Feuerwehr hatte Grund zum Feiern – und entlang der Hauptstraße feiern bei bestem Sommerwetter viele mit: Zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus wurde die Hauptstraße zur Blaulichtmeile und damit zu einer einmaligen Veranstaltung in der Innenstadt in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing.

Florian Prinz von der Feuerwehr Recklinghausen zeigt Leon sein Fahrzeug. Nun steht fest: Der Achtjährige möchte später zur Jugendfeuerwehr. Foto: RP/Fries, Stefan (frs)

Umrahmt von einem verkaufsoffenen Sonntag, Hüpfburgen-Spaß und Einsatzvorführungen, war vor allem die Technikschau von über 60 Fahrzeugen unterschiedlichster Einsatzformen mit Blaulicht auf dem Dach eine in dieser Form selten erlebte Besonderheit: Vom Oldtimer bis zum modernsten Einsatzfahrzeug kamen dabei Gefährte aus Feuerwehren in ganz NRW und darüber hinaus zum Feiern ins Niederbergische. Auch THW, DRK und Polizei ebenso wie die Heiligenhauser Stadtwacht gewährten Einblicke in Einsatzfahrzeuge.

Bereits im Vorfeld zeigte sich Dominic Wulf vom Organisationsteam der Wehr zufrieden mit der Resonanz: „Wie viele Organisationen, Freunde und Kameraden, die wir in der jüngsten Zeit gefragt haben, ob sie zu der Veranstaltung kommen können, spontan ‚Ja‘ gesagt haben, ist klasse.“ Viel Platz für Fachgespräche, aber vor allem für viele Entdeckungen. Was ein Feuerwehrauto zum Beispiel an Bord hat, erstaunte da so manchen.

Zur Schar der Gratulanten gehörte auch NRW-Innenminister Herbert Reul. Ein solches regelrechte „Dankeschön-Fest“ habe er in so einer Form noch nicht erlebt: „Wenn die Sonne so scheint wie heute, dann haben sie es auch verdient.“ Er blickt auf auf die große Werbekampagne des Verbandes der Feuerwehren NRW, deren Vorsitzender Staatssekretär und der ehemalige Heiligenhauser Bürgermeister Jan Heinisch ist. Die Aktion „Für mich, für alle“ wurde auch in Heiligenhaus gestartet und zielt in ganz NRW auf die Suche nach helfenden Händen. „Und sie ist außerordentlich erfolgreich“, sagte Reul.  Die beste Werbung für das Ehrenamt allerdings seien die Feuerwehrleute selbst, die Menschen, auf die man sich immer verlassen könne.

Was genau das bedeutet, wurde auch gestern deutlich: Denn während der Feierlichkeiten musste die Heiligenhauser Einsatzabteilung ausrücken. Alltag für die Menschen, die für ihren Einsatz nicht bezahlt werden und die einen großen Teil ihrer Freizeit der Feuerwehr widmen – im Dienst für den Nächsten.

„Die Allerwenigsten machen sich Gedanken über das Ehrenamt in der Feuerwehr und viel zu oft wird die Bereitschaft als Selbstverständlichkeit angesehen“, weiß auch Bürgermeister Michael Beck. Dabei habe sich der Aufgabenbereich seit Gründungstagen verändert, neben der Brandbekämpfung sind auch viele andere Hilfeleistungen in den Fokus gerückt. „Feuerwehrleute sind Menschen, die ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen, um anderen zu helfen. Der Dank soll heute nicht nur an sie gehen, sondern auch an ihre Familien, die sie unterstützen“, sagt Beck.

Die Feuerwehrleute der Jubiläumswehr aus der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr waren übrigens an ihren T-Shirts zu erkennen.

Gekrönt wurde der Heiligenhauser Feiertag von einem beeindrucken Korso der teilnehmenden Gefährte und guten Wünschen an alle Einsatzbereiten: Immer genug helfende Hände und immer eine sichere Rückkehr zur Wache.

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