Heiligenhaus: Firmen werben um Campus-Studenten

Duales Studium : Firmen werben um Campus-Studenten

Start in Beruf und Studium zugleich – das ist das Angebot dualer Studiengänge. Die Hochschule Bochum und Unternehmen in der Region fördern so den Spitzen-Nachwuchs.

Ende September 2020 startet das neue Wintersemester am Campus Velbert/Heiligenhaus (CVH). Studieninteressierte, die gerne ein duales Studium an der Kettwiger Straße beginnen möchten, haben jetzt die Chance, ein Kooperationsunternehmen hierfür zu finden. „Wir haben aktuell noch 14 Unternehmen, die Plätze für das Studienmodell KIA anbieten und 20 Unternehmen, die KIS-Studierende suchen“, erklärt Campussprecherin Christine Heinrichs.

Hinter der Abkürzung KIA verbirgt sich das Studienmodell, das eine klassische Lehre in einem Betrieb mit einem Studium an der Hochschule kombiniert. KIS steht für ein „Dauerpraktikum“ in einem Kooperationsunternehmen und einem Ingenieurstudium in Heiligenhaus. Man sammelt hier viel Arbeitserfahrung im Unternehmen und knüpft wichtige Kontakte, macht aber keine eigenständige Berufsausbildung wie bei KIA.

Am CVH kann aktuell in fünf verschiedenen Studiengängen dual studiert werden: Mechatronik und Informationstechnologie, Mechatronik und Produktentwicklung, Technische Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau. Für alle Studiengänge sind auch noch KIA bzw. KIS-Plätze ausgeschrieben.

Die Kooperationsfirmen, die aktuell noch Studienanfänger suchen, kommen alle aus einem Umkreis von etwa 50 Kilometern rund um den Campus. Die meisten befinden sich im Kreis Mettmann, viele davon in Velbert, Heiligenhaus und Ratingen. Darüber hinaus bieten Unternehmen aus Düsseldorf, Neuss, Wuppertal und dem Ennepe-Ruhr-Kreis duale Studienplätze an.

„Unsere Studienmodelle sehen vor, dass die Studierenden zwei bis drei Tage in der Woche im Unternehmen sind und die restlichen Tage am Campus. Deshalb sind die Distanzen zu den Firmen nicht allzu weit“, so Heinrichs.

Voraussetzung zur Aufnahme eines dualen Studiums am CVH ist das erfolgreich bestandene Fachabitur. Den Unternehmensplatz müssen sich die Schüler selbst suchen. Hier bewirbt man sich mit einer klassischen Bewerbungsmappe. Auf der Homepage des Campus gibt es eine Übersicht mit allen Unternehmen, die noch freie Plätze für das duale Studium anbieten. Eine Kurzfassung des Konzepts auf der Homepage der Hochschule erläutert auch den angestrebten wechselseitigen Nutzen der Verzahnung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Aus Studentensicht geht es um „familiäre Atmosphäre, individuelle Betreuung durch Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter, praxisnahes Studium und um einfache Kontakte zur regionalen Wirtschaft und zukünftigen Arbeitgebern“. Die Studiengänge böten zudem „hohe Relevanz für die zukünftige technologische Entwicklung“. Die Firmen sollen vor allem durch die frühzeitige Bindung von jungen Spitzenkräften profitieren. Auch sei Personalauswahl in enger Verbindung mit der Hochschule machbar.

Als Erfolgsmodell wertet Dr. Thorsten Enge, Geschäftsführer des Unternehmensverbunds Schlüsselregion den Ansatz, der seit zehn Jahren verfolgt werde. „Die Firmen bekommen tolle Leute und inziwschen zeigt sich auch, dass viele Kräfte auch nach ihren Studiengängen in den Unternehmen bleiben.“ Dennoch sei es nötig, auch unterjährig auf die Angebote aufmerksam zu machen – für vergleichsweise Kurzentschlossene. Dieses Ziel verfolgt auch die Jobbörse der Schlüsselregion am Freitag, 14. Februar, im Berufskolleg Niederberg.