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Heiligenhaus: Feuerwehr stellt ihren Übungsbetrieb ein

Vorsorge : Feuerwehr stellt ihren Übungsbetrieb ein

Oberste Priorität hat für die zweitkleinste Feuerwehr im Kreis die Einsatzfähigkeit unter allen Umständen. Trainingseinheiten entfallen, um Corona-Ansteckungsgefahr unter den Einsatzkräften möglichst zu minimieren.

Die Corona-Pandemie bringt für die Feuerwehr Heiligenhaus bisher ungekannte organisatorische Änderungen mit sich. „Seit dem 3. März ist der Übungsdienstbetrieb eingestellt. Es gibt weder Dienstsport, noch Ausbildungsabende für die Jugendfeuerwehr.“ So erklärt der stellvertretende Feuerwehrschef Nils Vollmar das Konzept, mit dem die Heiligenhauser Feuerwehr unter allen Umständen ihre Einsatzbereitchaft erhalten will, indem sie Infektionsrisiken für die Mitarbeiter möglichst minimiert. „Wir alle haben so etwas noch nie erlebt, es hat rein vorsorgenden Charakter“, sagt Vollmar.

Die Regelung gilt für die Heiligenhause Feuerwehr seit 3. März, seit Anfang dieser Woche ist sie nach Auskunft des Ratinger Feuerwerchefs René Schubert Leitlinie für alle Feuerwehren im Kreis Mettmann. Allerdings. „Von Ort zu Ort kann sich das allerdings in Details unterschiedlich gestalten“, so Schubert. Das hänge unter anderem damit zusammen, das zum Beispiel Ratingen als größte Feuerwehr im Kreis eine Berufsfeuerwehr habe.

Den Hintergrund der drastischen Maßnahmen erklärt Vollmar so: „Zu den Übungsdiensten kommen in der Regel rund 60 bis 70 Feuerwehrleute. Leicht vorstellbar: Bei einem einzigen Corona-Verdachtsfall drohte mit einem Mal Quarantäne für alle. In Zeiten der Virus-Pandemie gelte deshalb auch in dieser Situation der alte Grundsatz: „Ruhe bewahren und vor die Lage kommen“ statt zu reagieren.

Oberste Priorität hat für die Feuerwehrleute die Einsatzbereitschaft. Anders formuliert: „Das jeweilige Einsatzziel wird in keinem Fall eingeschränkt“, so Vollmar. Darüber hinaus gelte es, „mit Augenmaß“ zu den Einätzen auszurücken, auch was den Personaleinsatz im Einzelfall angehe.

Noch nicht abschließend geklärt ist der Umgang mit einer anderen Situation: So gibt es spezielle Trainings für Feuerwehrleute, die turnusmäßig – einmal jährlich – Pflichtprogramm sind. Was aus solchen Fortbildungen wird, soll ein Erlass regeln. Der ist nach Vollmars Angaben in Arbeit. Es gehe darum, möglicherweise zeitliche Toleranz-Korridore zu schaffen.

Anfang März war die Feuerwehr Heiligenhaus übrigens die erste Feuerwehr im Kreis, die solche drastischen innerorgansatorischen Schritten ging. Begründet eben dadurch, dass es sich um eine kleine Einheit handelt.