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Heiligenhaus: Erfolgsmodelle gesucht für 2020

Analyse : Gesucht: Drei Wege in die Erfolgsspur 2020

Es braucht Ersatz für das in die Jahre gekommene Heljensbad. Eine Entscheidung ist dringend fällig. Der neue Gewerbepark braucht auch öffentlich zündende Werbung. Gebündelte Ideen sind dringend fällig. Der Innenstadthandel muss sich neu aufstellen. Einigkeit macht stark.

Das zu Ende gehende Jahr 2019 war von Beginn an mit einem netten Etikett versehen: „Jahr der Kräne“. Wie mitten in der Innenstadt auf dem Hitzbleck-Areal und am Stadtrand auf den Neubauflächen des Innovationsparks zu sehen, waren das keine Blütenträume. Ein drittes Großprojekt – Neubau des Heljensbades – war kaum weniger bedeutend, schon der prognostizierten Kosten wegen. In diesem dritten Fall geht es allerdings vorderhand um Plan, nicht um Kran. Es braucht keine prophetischen Gaben um vorherzusehen: Alle drei Projekte bieten reichlich (Zünd-)Stoff für 2020.

Stichwort Heljensbad: Mitten in der Hochsaison, unmittelbar nach Ende des großen Schüler-Duathlons, legte ein verschmortes Trafokabel den Betrieb im Freibad lahm, vorsichtshalber wurde evakuiert. Die Lage war jederzeit im Griff und es bleibt Spekulation, ob der Vorfall in irgendeiner Beziehung zu in die Jahre gekommenden und maroden Technik des Bades stand. Wie lange hält die Technik noch? Wie lange kann das fähige Team unter Holger Brembeck für technisch reibungslosen Betrieb sorgen? Solche Fragen stehen im Prinzip seit Jahren auf der Tagesordnung. Trotzdem: Ein spruchreifes Konzept für ein neues Bad, wie groß auch immer und mit welchem Verzicht auf liebgewordene Annehmlichkeiten wie parkähnlichen Freibad-Liegewiesen verbunden, ein solches Konzept gehört 2020 auf den Tisch. Übrigens nicht zum Zerreden, sondern zum Umsetzen. Bis dann das Bad 2.0 steht, werden ohnehin dann noch Jahre ins Land gehen. Bleibt die Hoffnung, dass der altgewohnte Betrieb derweil weiterlaufen kann.

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Stichwort Innovationspark: Der neue Technische Beigeordnete Andreas Sauerwein lässt keinen Zweifel aufkommen. Für ihn ist der Innovationspark, das entstehende Gewerbegebiet am südlich Stadtrand nahe der Autobahnzufahrt zur A 44, das wichtigste Projekt der Stadt. Von Januar an soll das Marketing für interessierte Unternehmen verstärkt werden. Ein neues Logo, eine aussagekräftige Homepage gehören dazu. Auf der sollen auch konkrete Maßnahmen aufgezeigt werden, wie genau sich Heiligenhaus die Innovation vorstellt. An Erfolg versprechenden Themen fehlt es nicht: Dachbegrünung, Photovoltaik, Elektromobilität, Nachhaltigkeit, Klimaschutz. Es gilt, sie mit Leben zu erfüllen. Und darüber eine Pikanterie nicht zu vergessen: Nach wie vor dürfte die dereinst komplett ausgebaute A 44 bis Ratingen Ost für Unternehmen ein entscheidender Ansiedlungsfaktor bleiben. Auf diesen Zeitplan indes hat die Stadt null Einfluss.

Stichwort Innenstadthandel: Eine uralte Debatte lebt wieder auf. Was passiert mit dem Einzelhandel entlang der Hauptstraße, wenn hinter dem Rathaus (also in Sichtweite, aber doch räumlich getrennt durch die Westfalenstraße) ein riesengroßes neues Nahversorgungszentrum entsteht? Logischerweise überwiegt die Freude bei den Stadtplanern, nachdem sich die gewaltige Industriebrache der alten Gießerei Hitzbleck in die größte Innenstadt-Baustelle verwandelte. Auch bisherige Zeitverzögerungen dämpften den Optimismus nicht. Die Frage nach der Zukunft des kleinteiligeren Einzelhandels in der Innenstadt indes beantwortet das nicht. Hier soll in 2020 ein Workshop zum Zuge kommen. Der kann sich unter anderem das von der IHK geschriebene Einzelhandelskonzept neu vornehmen und es fortschreiben.Handel, Politik und Verwaltung haben dazu nicht allzu viel Zeit. In jedem Fall sollte der Gedanke an ein erfolgreiches neues Zentrum im Fokus stehen. Die gemeinsamen Überlegungen können gewinnbringend sein. Vorausgesetzt, man verliert die Zielgruppe nicht aus den Augen: Und das sind alle Kunden.