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Heiligenhaus: Ein Leseclub erfindet sich neu

Heiligenhaus : Ein Leseclub erfindet sich neu

Kinder allein und ganze Familien können sich von der kommenden Woche an für schöne Bücherferien anmelden. Dazu gibt es am Start Logbücher, nach dem Lesen Stempel und zum Abschluss Urkunden.

Doch, Quarantäne für Bücher gebe es wirklich, sagt Yvonne Klebsch auf erstaunte Nachfrage der Besucher. Die waren eigentlich gekommen, um alles über den Ablauf des Sommerleseclubs zu erfahren, der in der kommenden Woche starten wird. Aber ganz nebenbei gab es – corona-bedingt – noch etwas anderes zu lernen. Also: Zurück gegebene Bücher werden tatsächlich drei Tage lang gesondert aufbewahrt, bevor sie neu ausgeliehen werden. Sollte es jemand eiliger haben mit der Lektüre eines solchen Buchs, bekommt er es – nach einer speziellen Desinfektion des Werks.

So wie die Ausleihe steht auch der Sommerleseclub in diesem Jahr unter einer Reihe von neuen Vorzeichen. Gestartet war das Projekt (Federführung hat das Kultursekretariat NRW) im vergangenen Jahr mit ziemlichem Erfolg: Es wurden mehrere Dutzend Urkunden an die fleißigsten Clubgäste vergeben. Der jüngste Teilnehmer war gerade mal drei Jahre alt.

Bis es so weit ist, gelten einige Spielregeln. Im Thormählen-Bildungshaus gibt es das Anmeldeticket, jeder Teilnehmer muss es ausfüllen. Ganz gleich, ob er als Solo-Leseclubteilnehmer oder im Team (bis fünf Personen können sich zusammentun, das Alter spielt keine Rolle) mitmachen möchte.

Mit der Anmeldung bekommt jeder Teilnehmer sein Logbuch. Das ist ein Heft zum zum Reinschreiben und -malen und dort hinein gehören im Prinzip alle Einfälle rund um die gelesenen Bücher und die Hörbücher. Die Teilnehmer sammeln im Logbuch zudem Stempel. Für jedes gelesene oder gehörte Buch gibt es einen. Wer mindestens drei Stempel sammelt, bekommt eine Urkunde. Jeder darf lesen, was ihm am besten gefällt, es spielt keine Rolle ob Sachbuch, Abenteuergeschichten oder was immer auch sonst. Und weil das Ganze in den Ferien stattfindet, wird selbstverständlich auch zu keinem Zeitpunkt irgendein Wissen abgeprüft. Das Logbuch sagt schließlich alles.

„Es geht eben um Leseförderung auf verschiedenen Wegen“, sagt Yvonne Klebsch, die den Club gemeinsam mit Laura Schröder organisiert. Gefragt sind in diesem Sommer auch Tipps. Dafür gibt es in der Stadtbücherei eigene, hübsche Formulare. Leseclub-Teilnehmer können ihre eigene Meinung zum gelesenen Buch schreiben und die ausgefüllten Blätter werden in der Bücherei als Lesetipps der Nutzer präsentiert. Eine besondere Idee gibt es für diejenigen Leser, die sich gern überraschen lassen. Bücher, die, in braunes Packpapier gepackt, nicht mehr von sich verraten als das Lesealter, für das sie gedacht sind. Auch die können, so wie sie sind, ausgeliehen werden – da sind „Aha-Erlebnisse“ so gut wie garantiert.

Entfallen muss in diesem Jahr die gewohnte Abschlussparty – hier geht Gesundheitsschutz in Corona-Zeiten vor. Dafür gibt es aber eine Onloine-Rallye durch die Stadtbücherei. Wer teilnimmt, erhält selbstverständlich auch hierfür einen Stempel ins Logbuch. Zu allem gibt es noch reichlich neu angeschafften Lesestoff zu entdecken.