Heiligenhaus: Doppelhaushalt steht im Entwurf

Premiere für Kämmerer Kerkmann : Haushalt: Stadt wieder leicht im Plus

Für die kommenden beiden Jahre stehen Überschüsse von 1,1 und 1,7 Millionen Euro im Entwurf.

Björn Kerkmann greift zu einem vergleichsweise anschaulichen Stück Mathematik, um die Entwicklung des städtischen Haushalts der vergangenen Jahre nachzuzeichnen: Die Daten beschrieben eine Parabel. Das heißt: „Bis hin zur Überschuldung im Jahr 2013 bewegten wir uns sozusagen im freien Fall. Jetzt zeigt die Kurve wieder nach oben.“ Die Gesamtverschuldung der Stadt lag im Jahr 2014 bei einem Spitzenwert von 105 Millionen Euro, im Jahr 2020 werden es noch 86 Millionen Euro sein.

Erfreulichere Zahlen: Für die kommenden beiden Jahre steht ein Plus von einmal 1,1 Millionen Euro und einmal 1,7 Millionen Euro im Ergebnisplan der städtischen Bilanz. Bildung von Eigenkapital – darin bestand und besteht die Aufgabe. Ein Rückblick fällt ernüchternd aus. Im Jahr 2013 war das Eigenkapital von einstmals etwa 50 Millionen Euro aufgezehrt. Bis zum Jahr 2020 soll es wieder auf eine Summe von 6,6 Millionen Euro anwachsen.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Stadt auch auf die Gewerbesteuer. 11,16 Millionen Euro für 2019 und 12,9 Millionen Euro für 2020 stehen im Entwurf. Kerkmann weiß aber auch: „Gerade diese Steuer ist erheblichen Schwankungen unterworfen.“ Nach einer Faustformel betrug die durchschnittliche Gewerbesteuer pro Einwohner einer NRW-Gemeinde für das Jahr 2017 700 Euro. Käme Heiligenhaus hier hin, müssten im Jahr 2020 etwa 20 Millionen Euro Gewerbesteuer fließen. Hier setzt Kerkmann insbesondere auf die Entwicklung des neuen Innovationsparks. „Wir liegen mitten im Städtedreieck Düsseldorf, Essen, Wuppertal – mit Chancen, neue Firmen zu platzieren“, so seine Prognose.

Auf der Habenseite kann die Stadt weiter auf 15 Millionen Euro Einkommensteuer und acht Millionen Euro an Einnahmen aus der Grundsteuer zählen. Und schließlich sind es die Schlüsselzuweisungen des Landes (2019 steigen sie auf 9,4 Millionen Euro), die die Stadt über Wasser halten.

Ein großes Stichwort für die allernächste Zukunft ist dagegen keine Frage von Millionensummen, wohl aber von einigem Aufwand: Digitalisierung. In den Relaunch des städtischen Internetauftritts soll ein fünfstelliger Betrag fließen.

Die Ausschreibungen hierzu laufen, sagt Kerkmann. Und: „Es sind hier einige Hürden zu nehmen.“ Denn es gehe um weit mehr als nur darum, online an Formulare zu kommen und sie ausdrucken zu können. „Wir möchten Dienstleistungen komplett online anbieten können, inklusive Zahlungsverkehr“, so die Zielvorstellung.

Ein Vorhaben ist schon für Januar terminiert: eine App. die als „Mängelmelder“ für alle städtischen Belange fungieren soll.

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